Jahresbericht der ComCom - ein Plädoyer für die Entbündelung der Letzten Meile

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Trotz Zunahme der ADSL- und CATV-Anschlüsse haben sich die Breitbandangebote im Jahr 2004 kaum verändert, stellt die ComCom im soeben erschienenen Jahresbericht 2004 fest. Dementsprechend habe die Kundschaft im Gegensatz zum Ausland auch nicht von Produktinnovationen profitieren können, so die ComCom weiter. Die Kommission hofft nun, dass der Entscheid des Nationalrates, die Letzte Meile auch in der Schweiz für die Konkurrenten zu öffnen, dem Schweizer ADSL-Markt endlich neue Impulse verleihen wird.
In der EU nahmen zwischen Sommer 2003 und Sommer 2004 die entbündelten Teilnehmeranschlüsse auch dank einem klaren politischen Willen zur Förderung der Entbündelung um insgesamt 110 Prozent zu, schreibt die ComCom. So werden laut ComCom die Angebote in vielen Nachbarländern der Schweiz immer attraktiver.
Zum Beispiel würden in der EU bereits heute dank der Entbündelung eine viel breitere Palette von Zusatzdiensten angeboten, führt die Kommission aus. Dank Entbündelung könnten beispielsweise französische ISPs stark erhöhte Übertragungsraten anbieten. Die Franzosen bieten ihren Kunden jedoch nicht nur mehr Bandbreite, auch die Preise waren in Frankreich wesentlich günstiger als in der Schweiz: Die meisten ISPs boten Ende 2004 eine Übertragungskapazität von 8 MBit/s für rund 14,90 Euro (zirka 23 Franken) an, meist inklusive Inlandsgespräche. Französische ISPs bieten ihren Kunden laut ComCom-Recherchen über die entbündelten Leitungen zudem bereits attraktive Triple-Play-Pakete an.