Kazaa muss in USA vor Gericht

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Die Musiktauschbörse Kazaa muss doch in Kalifornien vor Gericht. Die Betreiberin von Kazaa, Sharman Networks, hat ihren Hauptsitz in Australien und betreibt Kazaa unter einer Domain, die auf den pazifischen Inselstaat Vanuatu lautet. Sharman Networks hatte bisher erfolgreich argumentiert, dass man nicht an US-Recht gebunden sei, da die Mehrheit der Vertragskunden nicht aus Kalifornien stamme. In der Begründung von Bezirksrichter Stephen Wilson steht nun aber: Berücksichtigt man, dass Sharmans Software (Kazaa) über 143 Millionen Mal heruntergeladen wurde, kann man von vielen Verträgen mit kalifornischen Einwohnern ausgehen. Viele der Musik- und Videorechte lägen zudem bei in Kalifornien ansässigen Unternehmen. Mit dem Entscheid können die Recording Industry Association of America (RIAA) und Motion Picture Association of America (MPAA) ihre Kampagne gegen Sharman Networks fortführen. Kazaa ist eine der populärsten Nachfolgerinnen der stillgelegten Tauschbörse Napster. Die Musikindustrie will sich in ihrem Kampf um mehr Kunden und gegen die Musikpiraterie aber nicht einzig auf das Abschiessen von Tauschbörsen beschränken. Cary Sherman, Präsident von RIAA, sagte gegenüber der BBC, dass die einzige Antwort der Branche im Kampf gegen Musikpiraterie das Anbieten von legalen Alternativen sein könne. Die Aussage stand im Zusammenhang mit einer Studie von Jupiter Research, wonach bei Breitkonsumenten die Bereitschaft der Nutzer wachse, für bestimmte Inhalte zu zahlen.