Kostenpflicht für E-Mails gefordert

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Als Massnahme gegen die E-Mail-Flut fordert Volkswirtschaftsprofessor Bruno Frey in der NZZ am Sonntag, dass der Versand von E-Mails kostenpflichtig werden soll. Das Grundproblem der E-Mail-Flut bestehe darin, dass der Absender keinerlei Kosten habe, eine Mail zu verschicken. Beim Empfänger hingegen entstünden teilweise enorme Zeitkosten. Die Alternative zu Filterprogrammen gegen Junkmail würde darin bestehen, dass jeder Empfänger bestimmt, wie viele E-Mails pro Tag bei ihm eintreffen sollen. Zudem müsste er festlegen können, welches die wichtigsten Mails sind, die dann in die Auswahl gelangen. Dies sei schwierig, weil der Empfänger ja nicht im voraus wisse, wie viele und wie wichtige Mails pro Tag er erhalte. Der Trick sei, den Sender mit einem entsprechenden Preis zu belasten. Einer Person, der viele Leute eine Mail schicken möchten, müsste demnach ein hoher Preis bezahlt werden, um so die E-Mail-Flut etwas einzudämmen. Umgekehrt müsste ein Absender nichts bezahlen, wenn der Empfänger weniger als die gewünschte Zahl elektronischer Botschaften zugeschickt erhält. Die Einführung dieser Preise sorgt dafür, dass man nicht mehr einfach auf den Sendeknopf drückt, sondern sich vorher überlegt, ob man das Geld dafür ausgeben will, schreibt der Autor Bruno Frey, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich. Es ist klar, dass damit das beinahe manische Senden von E-Mails schlagartig reduziert würde. Ebenso würde das oft sinnlose Herumstreuen von Nachrichten an Dutzende von Personen aufhören. Bevor eine Mail beim Empfänger eingehen würde, würde das Konto des Absenders entsprechend dem geltenden Preis belastet. Die Empfänger würden so bei Reklamesendungen kompensiert und die Absender müssten erhebliche Kosten aufwenden, was sich selten mehr lohnen würde. Ein Nachteil der Lösung wäre jedoch, dass sich Personen mit höherem Einkommen das Senden von mehr Mails leisten könnten, während Einkommensschwache, beispielsweise Jugendliche, diskriminiert würden.