Netscape Security Solutions geht an Red Hat

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Der Linux-Distributor Red Hat hat Teile der Netscape Security Solutions, den Netscape Directory Server und das Netscape Certificate Management System, von America Online erworben. Red Hat plant, die Netscape Enterprise Suite als Open-Source zu vermarkten und innert sechs bis zwölf Monaten in die bestehenden Red-Hat-Pakete einzubinden. Der Kauf kostet Red Hat gemäss "Wall Street Journal" 20,5 Millionen US-Dollar in bar und weitere 2,5 Millionen Dollar, sobald Red Hat durch den Vertrieb der Produkte und Lizenzeinnahmen eigene Einnahmen generiert. America Online hatte Netscape im Jahr 1998 für 4,2 Milliarden US-Dollar gekauft. Der Netscape Directory Server ist ein LDAP-Server (Lighweight Directory Access Protocol), der das Management von Anwendungseinstellungen, Benutzerprofilen, Gruppendaten, Richtlinien und Zugriffskontroll-Informationen in einer netzbasierten Datenbank zentralisiert. Er erleichtert die Benutzerverwaltung durch Reduzierung der Datenredundanz und erhöht die Sicherheit beim Zugriff. Das Netscape Certificate Management System ist eine Sicherheitsumgebung, welche die Identität von Benutzern feststellt und den Datenschutz bei der Kommunikation gewährleistet. Vom Deal nicht betroffen ist der "Netscape Navigator", der ehemalige grosse Konkurrent von Microsofts Internet Explorer. Den Quelltext dieses Web-Browsers hatte Netscape bereits 1998 veröffentlicht. Red Hat hat übernimmt auch rund 50 AOL-Mitarbeiter, die mit der Entwicklung dieser Produkte beschäftigt sind. Anleger und Analysten reagierten unterschiedlich. Einerseits sank der Kurs der Red-Hat-Aktien um 4,32 Prozent auf 12,18 US-Dollar. Andererseits hat die Bank Merrill Lynch die Red-Hat-Aktien von "neutral" auf "buy" heraufgestuft. Als Grund der Heraufstufung wird das gegenwärtig attraktive Kursniveau der Aktie angeführt.