Neue Windows-Media-Lizenzen stossen auf
Unterstützer des Medienstandards MPEG-4 sind über die neue Lizenzierungspolitik von Microsoft erbost. Die Kritiker werfen Microsoft einmal mehr unfairen Wettbewerb vor. Am Dienstag hatte der Redmonder Softwarekonzern angekündigt, mit dem Release von Version 9 seiner Windows Media Software die entsprechenden Technologien gegen Lizenzgebühren auch für fremde Plattformen freizugeben. Damit ermöglicht Microsoft die Verwendung der Windows-Media-Technologie auf anderen Betriebsystemen wie Linux oder – für Microsoft von besonderem Interesse – auf PDAs, Handys und Heimelektronikgeräte. Die zu tief angelegten Lizenzgebühren (0,10 Dollar pro Decoder, 0,20 Dollar pro Encoder, 0,25 Dollar zusammen) stellten den Versuch Microsofts dar, offene Industriestandards wie MPEG-4 zu verhindern, monieren die Kritiker. Darunter würden die Benutzer leiden, da sie sich für eine Technologie entscheiden müssten. Für die Verwendung von MPEG-4 hatte sich die MPEG LA, das Konsortium der MPEG-4-Patenthalter, erst im November auf Gebühren von 0,25 Dollar pro Decoder und Encoder festgelegt – nach harten Verhandlungen mit Patentnehmern.
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