Nortels neuer Europachef: „In der Schweiz haben wir das Problem, dass es keine Probleme gibt“
Im exklusiven Gespräch mit dem Netzticker gibt sich François Lançon, der diese Woche als President of Enterprise Sales für EMEA und Asien zum neuen Europachef von Nortel ernannt wurde, zuversichtlich, dass Nortel gestärkt aus dem Chapter-11-Prozess herausgehen würde – „und zwar als Nortel.“ Anfang Jahr musste der kanadische Netzwerkausrüster Gläubigerschutz nach US-amerikanischen und kanadischem Recht beantragen. Nun bleibt dem Unternehmen bis Anfang Mai Zeit, einen Plan auszuhecken, um das Unternehmen auf eine neue finanzielle und strategische Basis zu stellen. Lançon sieht darin vor allem auch eine Chance: „Nortel muss jetzt endlich seine Hausaufgaben machen und sich von überflüssigen Geschäftsfeldern trennen.“
Ob dabei auch eine Aufteilung des Unternehmens zur Debatte steht, wollte Lançon nicht kommentieren. Für den von ihm ausserhalb von Amerika geführten Geschäftsbereich der Enterprise Solutions sieht er keine Probleme: „Nortel verfügt über führende Technologien im Unified Communications-Bereich und hat mit rund 100 Millionen Kunden-Ports eine enorme installierte Basis“. Trotz Chapter 11 habe man in den vergangen Wochen namhafte Kunden gewinnen können. Gemäss Lançon würden sich bestehende Kunden, aber auch die Vertriebspartner gegenüber Nortel sehr loyal verhalten, was ihn zuversichtlich stimme. Weiter käme Nortel zu Gute, dass der Markt derzeit sowieso sehr verhalten sei, was es den Mitbewerbern trotz agressivem Auftreten nicht einfach mache, Marktanteile zu gewinnen.
Gar keine Problem sieht Lançon für Nortel Schweiz: „Hier haben wir das Problem, dass es keine Probleme gibt.“ So ist die Schweizer Niederlassung denn auch vom Gläubigerschutz ausgenommen. Allerdings präzisiert Nortels Country Manager in der Schweiz, Thomas Marfurt, gegenüber dem Netzticker, dass man als unabhängiges Unternehmen ohne Mutterhaus nicht bestehen könnte. Gemäss Marfurt konnte man in der Schweiz 2008 trotz schwierigem Marktumfeld zwischen 3 und 4 Prozent an Umsatz zulegen. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor betrug das Wachstum noch knapp über 20 Prozent. Marfurt rechnet denn auch nicht, dass die Schweiz vom Stellenabbau betroffen sein wird, da man hierzulande vor allem als Verkaufsorganisation tätig sei.
Aufhorchen liess vergangene Woche die Meldung über den Zugang von John McHugh in Nortels Management. McHugh gilt als Ziehvater von HPs Netzwerktochter und Nortelkonkurrent Pro Curve, welche unter seiner Ägide innerhalb von 16 Jahren zu einem Milliarden-Unternehmen angewachsen ist. McHugh hat Pro Curve erst im Juni des vergangenen Jahres verlassen. Über die Gründe hüllte sich das Unternehmen in Schweigen. Soll McHugh nun als neuer General Manager Enterprise Solutions gegen seinen bisherigen Arbeitgeber arbeiten – oder, umgekehrt, eine Übernahme vorbereiten?
Fabian Zürcher
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