Online-Reisemarkt: Informationen ja, Buchen jein

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Das Potenzial reiseinteressierter Internetnutzer befindet sich im deutschsprachigen Markt auf einem bemerkenswert hohen Niveau: Die Hälfte aller deutschsprachigen User nennt Reisen/Urlaub als persönliches Interessengebiet. Im Ranking der Interessen schneiden nur die Themenbereiche Computer, Musik, Freunde und Lesen besser ab. Fast 90 Prozent der Nutzer wollen ihr Informationsbedürfnis bezüglich Reisethemen auch online befriedigen. Sie geben an, sich bei Bedarf im Internet über verschiedene Reiseprodukte informieren zu wollen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie W3B-Report: Reisen im Internet der Marktforscher von Fittkau und Maass. Trotz dieses positiven Resultats zeigt sich, dass die Nutzungsintensität von Websites aus dem Reisebereich nicht mit der wachsenden Nutzerschaft Schritt halten kann. Der Anteil der regelmässigen Besucher von Websites zum Thema Reisen stagniert seit dem Frühjahr 2000 im Vergleich zur Gesamtnutzerschaft. Der Anteil der regelmässigen Besucher von Online-Flug-und Fahrplänen an der Gesamtnutzerschaft ist sogar deutlich rückläufig. Dieser Trend wird durch die Umfrageergebnisse zu Online-Kauf-Wunsch und Kauf-Wirklichkeit bestätigt. Wollten im Frühjahr 2000 noch 45,5 Prozent der Nutzer das Internet für Reisebuchungen einsetzen, so waren es im Herbst 2001 nur noch 36,6 Prozent. Geht man davon aus, dass die Internet-Gesamtnutzerschaft (in Deutschland) zwischen Frühjahr 2000 und Herbst 2001 von rund 15 Millionen rund 25 Millionen Personen gestiegen ist, so entspricht dies einem unterproportionalen Wachstum der reisebuchungsinteressierten Nutzergruppe von rund 7 auf 9 Millionen Personen. Die Autoren schliessen aus den Resultaten, dass die Onlinebuchung von Reisen für die breite Masse der Internet-Nutzer nicht interessant ist. Es gebe zu wenig attraktive Reiseangebote im Internet. Die rückläufigen Resultate der Studie könnten allerdings auch mit den Ereignissen vom 11. September in Zusammenhang stehen. Weitere Studien müssen die festgestellten Trends noch bestätigen.