Skype: Offizielles Statement zur Datenspionage in China
Skype lässt in einer offiziellen Mitteilung verlauten, dass die Sicherheitslücken des Vertreibers TOM Online in China untersucht würden. Laut Mitteilung ist TOM der grösste lokale Partner von Skype und gewährleistet die Vertreibung der digitalen Telefonsoftware zu den chinesischen Kunden. Dabei wisse TOM mit den lokalen Gesetzen und Regulierungen umzugehen. Diese Regulierungen beinhalten unter anderem die Forderung, Nachrichten zu beobachten und zu blockieren, wenn sie bestimmte Wörter enthalten, die von der chinesischen Obrigkeit als anstössig betrachtet werden.
Laut Skype sei es allgemein bekannt, dass in China Zensur herrsche. Das betreffe sämtliche Formen von Kommunikation, von E-Mails über Handy-Gespräche bis hin zu Instant Messaging, und zwar sowohl innerhalb von China als auch zwischen China und dem Ausland. TOM müsse dabei - wie jeder andere Provider in China auch - die Bestimmungen einhalten, wenn er überhaupt tätig bleiben will.
Im April 2006 habe Skype eigenen Angaben zufolge öffentlich darüber informiert, dass TOM mit einem Textfilter arbeitet, der gewisse Wörter blockiert. Falls die Nachricht insgesamt als kritisch eingestuft würde, so werde die Übermittlung der ganzen Nachricht geblockt. Nach damaligem Verständnis von Skype sei es jedoch nicht das Protokoll von TOM, das diese Nachrichten speichert. Skype würde jetzt untersuchen, weshalb das Protokoll von TOM verändert wurde. Darüber hinaus habe Skype von einer Sicherheitslücke erfahren, die den Zugang zu den gespeicherten Daten auf TOM’s Servern ermöglicht. Skype zeigt sich besorgt über diese Vorfälle und hat sich mit TOM in Verbindung gesetzt, um die Sicherheitslücke zu schliessen. Zudem will Skype die umstrittene Speicherung von Nachrichten auf TOM’s Servern untersuchen.
Skype betont, dass die Probleme nur die Nachrichten betreffen, die von einem oder von mehreren Anwendern via TOM-Software übermittelt wurden. Die Kommunikation über die Standard-Software von Skype sei hingegen nicht davon betroffen. „Skype-to Skype-Kommunikation ist und war immer vollkommen sicher und privat“, so die offizielle Mitteilung. Skype gibt sich überzeugt, dass die weltweite Vernetzung letztlich zur Gemeinschaftsbildung beitrage, auch in Ländern wie China. Entscheidend sei dabei sowohl die Transparenz gegenüber den Kunden als auch die Einhaltung der lokalen Gesetze. Dieser Herausforderung wolle sich Skype stellen.
Vergangene Woche ist Skype in die Schlagzeile geraten, weil TOM Online, der Skype-Partner in China, angeblich private Daten von Kunden gespeichert hat. Dabei sollen Textnachrichten mit heiklen politischen Inhalten blockiert und die Benutzernamen, IP-Adressen und Telefonnummern der Kunden gespeichert worden sein. Den Aktivitäten von TOM auf die Schliche gekommen sind die Computerexperten und Menschenrechtsaktivisten von Citizen Lab an der Universität Toronto.
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