Skype-Verkauf: IDC findet den Aufpreis "vielleicht sogar gerechtfertigt"
"Die Grossen der Branche sind gezwungen, alle möglichen Assets zusammenzukaufen, um damit ein starkes Ökosystem aufzubauen", urteilt IDC über Skype-Verkauf.
Skype sei für Microsoft eine Trumpfkarte dar: Das Unternehmen habe als einer von nur ganz wenigen Technologieanbietern eine aktive Nutzerbasis von über 100 Millionen Abonnenten und setze aktiv Trends wie Mobile Computing, Social Networking und Cloud Computing ein.
Microsoft stärkt sein Ökosystem
Microsoft habe wohl vor, Skype in die Windows-Client- und Phone-7-Plattformen oder in die Unternehmenslösungen Microsoft Lync, Office oder Office 365 einzubinden. Oder Skype werde in die mit Kamera ausgerüstete Xbox/Kinect-Plattform integriert, spekuliert IDC.
IDC sieht noch zwei weitere Motive für den Entscheid von Microsoft: Zum einen verunmögliche das Unternehmen mit der Akquisition eine Integration in die Ökosysteme von Google und Apple. Zum anderen sei der Erwerb ausländischer Vermögenswerte ausserhalb der USA für Microsoft attraktiv, da diese nicht in die USA zurückgeführt und entsprechend versteuert werden müssen. Dies rechtfertige "vielleicht sogar den von Microsoft bezahlten Aufpreis", so IDC.
Skype gewinnt Zugang und Stabilität
Skype gewinne vor allem zwei Dinge: Zugang und Stabilität. Schon länger habe VoIP-Dienstleister mit dem Freemium-Problem zu kämpfen und könne Inhalte nur schwer verkaufen. Mit der Akquisition habe Skype nun aber die Chance, in Microsoft-Produkte eingebunden zu werden. Insgesamt könne Skype von der flächendeckenden Microsoft-Nutzung und der Glaubwürdigkeit des Softwaregiganten profitieren.
Es sei denkbar, dass Microsoft die Skype-Backend-Infrastruktur in seine Windows-Azure-Cloud-Technologie integriere und so die von Skype angebotenen Skalierungs- und Performance-Möglichkeiten erweitere, schreibt IDC in einem Statement zum Skype-Verkauf.
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