SMS kämpft um Anerkennung in den USA

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Über 19 Milliarden Kurzmitteilungen wurden allein im letzten Jahr weltweit verschickt. Wobei im SMS-Atlas dort, wo eigentlich die USA eingezeichnet sein sollten, ein grosses schwarzes Loch klafft. Denn im Gegensatz zu Europa und Asien, wo die Short Message Services zu den Killerapplikationen und rentabelsten Kommunikationsdiensten gehören, haben die meisten Amerikaner nicht einmal Kenntnis von der Existenz dieses Dienstes. Das hat verschieden Gründe, wie die New York Times in der Ausgabe vom 1. September berichtet: SMS wird erst seit April dieses Jahres von den grossen amerikanischen Telefongesellschaften angeboten. Vorher war die Kompatibilität der Übermittlungssysteme nicht gewährleistet. Die Telefongesellschaften haben es aber auch seither unterlassen, die neuen Handy-Dienste im grossen Stil zu vermarkten. Die Zurückhaltung ist nur teilweise verständlich. Amerika hat früh auf E-Mail und Instant Messaging gesetzt, was dazu geführt hat, dass SMS als eher primitive Technologie eingeschätzt wird. US-Experten setzen deshalb lieber auf eine neue Generation von kleinen, handlichen Telekommunikationsgeräten, die auf IP-Basis arbeiten, Instant Messaging beherrschen und mit Mini-Keyboards ausgestattet erst noch anwenderfreundlicher sind. Die technischen Argumente einmal beiseite gelassen, gäbe es vor allem wirtschaftliche Faktoren, die für den Einsatz von SMS sprechen. Denn SMS-Dienste können sich zu regelrechten Goldeseln entwickeln, wie Beispiele in Europa und Asien zeigen. Aber auch hier tanzt Amerika nach einer anderen Pfeife. In Europa ist SMS u.a. auch so populär geworden, weil der Dienst meist billiger kommt als Telefonieren. In Amerika kommt es offenbar nicht selten vor, dass die Telcos sowohl Sender wie Empfänger mit Gebühren belasten. Und auch psychologisch scheint das System den Amerikanern nicht zuzusagen. You have to dial a phone number to pay for something. Its just a stupid way of offering the service, and its not what the Internets about bringt Paul Mercer von der im Wireless-Business tätigen Firma Inventor seine ablehnende Haltung zum Ausdruck. In Amerika sind Flat-Rate-Systeme an der Tagesordnung. Die noch kleine Zahl von Supportern von SMS in den USA hofft nun, dass dem Kommunikationssystem durch neue Applikationen wie Abstimmungen bei TV-Spielen oder durch Multimedia Messaging (MMS) doch noch der Durchbruch gelingt.