Sommerposse um Deutsche Telekom

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Heute entscheidet der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom (DT) über die Absetzung respektive Nachfolge von DT-Chef Ron Sommer. Sommer wird persönlich für den schlechten Geschäftsgang der DT verantwortlich gemacht. Dass es der hochverschuldeten Deutschen Telekom, deren Aktien und damit auch dem deutschen Michel Kleinsparer schlecht geht, ist längst bekannt. So sammeln sich seit Wochen Medienberichte zum einen oder anderen Aspekt des langsamen Niedergangs der DT. Ron Sommer sieht jedoch keinen Grund, vorzeitig abzutreten. Er beurteilt seine bisherige Unternehmensstrategie weiterhin als richtig. Für seine Absetzung ist im 20-köpfigen Aufsichtsrat eine Zweidrittelmehrheit gefordert. Weil in Deutschland ein Wahlherbst bevor steht, hat sich die Frage der Sommer-Nachfolge aber längst von einer sachlichen Diskussion weg zu einer mehrschichtigen Wahlposse ausgewachsen. Sommers designierter Nachfolger, Technikvorstand Gerd Tenzer, ist SPD-Mitglied. So kommt es, dass sich Kanzler Schröder, dem zuerst Untätigkeit vorgeworfen wurde, nun gegen den Vorwurf der Vetternwirtschaft wehren muss. CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Michael Glos, kritisierte öffentlich: Die Aktionäre müssen den Eindruck haben, dass es in allererster Linie darum geht, einen verdienten Genossen zu versorgen. Auch CDU-Chefin Merkel und die Kanzlerkandidaten Stoiber und Westerwelle kritisieren täglich heftiger. Schröder selbst ist durch divergierende Aussagen auch nicht gerade als überlegter Krisenmanager aufgefallen. Zudem hat seine Regierung an Sommers Stuhl gesägt, bevor überhaupt ein valabler Nachfolgekandidat in Sichtweite war. Heute, vor der Entscheidung, scheint festzustehen, dass Tenzer, falls er überhaupt gewählt wird, höchstens als Übergangslösung wirken wird. Die DT-Aktie ist in den vergangenen Tagen noch einmal kräftig abgetaucht. Bleibt abzuwarten, ob die Politposse letztlich im Herbst auch der SPD-Regierung den Kopf kostet.