Strahlengefahr auch in Deutschland umstritten
Keine Beweise für Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunk meldet eine Studie, die im Auftrag des Verbands der Elektrotechnik (VDE) durchgeführt wurde. Gemäss der Studie gibt es weiterhin keine Beweise für Gesundheitsschäden durch die Strahlung von Handys und Mobilfunkmasten. Für die Untersuchung wurden nach Verbandsangaben 62 wissenschaftliche Publikationen aus jüngster Zeit ausgewertet.
Der Autor der Studie, Professor Jiri Silny von der Technischen Hochschule Aachen warnte allerdings, Handys könnten in einer Entfernung unter 20 Zentimetern Herzschrittmacher stören. Zudem könnten Handystrahlen eine geringe Erwärmung im Kopf von einem Zehntel Grad bewirken. Es gebe auch Befunde, wonach Mobilfunkstrahlen sich auf die Reaktionszeit auswirkten. Diese seien allerdings noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Die oben verkündete Entwarnungsmeldung des VDE muss also relativiert werden.
Dennoch, bis neue Befunde auftauchen gilt: Weder experimentell noch epidemiologisch konnten Mediziner Gesundheitsschäden durch elektromagnetische Felder des Mobilfunks nachweisen. Ähnlich wie in der Schweiz stehen sich auch in Deutschland Mobilfunkbetreiber und Umweltschutzbehörden in einer Art Glaubenskrieg gegenüber. Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz hatte im vergangenen Sommer vor möglichen gesundheitlichen Risiken bei der Benutzung von Handys gewarnt.
In der Schweiz findet seit einigen Wochen eine verschärfte Auseinandersetzung über die Auswirkungen des Elektrosmogs statt (der Netzticker berichtete). Für heute Dienstag ist zudem die Lancierung einer eidgenössischen Volksinitiative angekündet, die einen totalen Baustopp für Handyantennen fordert, bis wissenschaftlich erwiesen ist, dass deren Strahlung gesundheitlich absolut unbedenklich ist.
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