Switch löst WHOIS-Vertrag mit Microsoft auf
Letztes Wochenende hat Microsoft (Schweiz) systematisch alle .ch-Domains abgescannt und Serverforschung zum Thema .NET betrieben (der Netzticker berichtete). Nun hat die Domainverwalterin Switch auf den Vorfall reagiert und gibt bekannt, dass sie den WHOIS-Vertrag mit Microsoft AG (Schweiz) per sofort aufgelöst hat. Begründung: Die Nutzung von WHOIS-Daten für kommerzielle Zwecke sowie störende, belästigende oder verletzende Beeinträchtigungen Dritter sind gemäss der Acceptable Use Policy und dem WHOIS-Vertrag ausdrücklich verboten. So genannte WHOIS-Verträge zwischen Switch und Grosskunden und Providern sind nicht unüblich, wie Marco DAlessandro, Pressesprecher von Switch, mitteilt. Die Vereinbarungen erlauben es den Firmen, auf die WHOIS-Daten Ihrer Kunden besser zugreifen zu können als über das online Registrations-System.
Unverständnis herrscht bei Microsoft. Pressesprecherin Maja Sieber teilt mit, dass die Aussage, wonach die Aktion nicht innerhalb der Acceptable User Policy gewesen sei, für Microsoft unverständlich ist. Im Vertrag mit Switch sei der Verwendungszweck der WHOIS-Files klar als Market Research about Webservers & Operating Systems deklariert. Gegenüber der Netzwoche erklärte Christian Frei, TK-Leiter der MSUGS und bei Microsoft Schweiz zuständig für die .NET-Gruppe: Derartige Untersuchungen werden auch von anderen durchgeführt, beispielsweise von Netcraft.com, wo die Resultate sogar publiziert werden. Wir haben also nicht gegen Datenschutzbestimmungen verstossen. Unser Vorgehen war völlig legal.
Zurzeit steht also Aussage gegen Aussage. Ob die Angelegenheit ein juristisches Nachspiel haben wird, ist noch nicht entschieden. Switch behält sich gemäss Marco DAlessandro weitere Schritte vor.
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