Telefonica: vorläufig kein Markteintritt in CH

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Telefonica gibt sich für ihre Europa-Aktivitäten eine Auszeit und will die Strategie neu überdenken. Betroffen ist davon insbesondere Deutschland, wo man sämtliche kommerziellen Tätigkeiten unter der Marke Quam einstellen wird. Laut diversen Berichten sollen die GSM- und GPRS-Dienste, welche von 200000 Kunden in Anspruch genommen werden, bis im Februar 2003 eingestellt werden. Dieser Entscheid hat auch Konsequenzen für die Schweiz. So meint CEO Kurt Lüscher, dass damit ein kurzfristiger Markteintritt verunmöglicht worden sei. Bei 3G Mobile hatte man drauf hingearbeitet in den nächsten zwölf Monaten mit neuen Dienstleistungen an den Schweizer Markt zu treten. „Natürlich bedauern wir den Entscheid, aber immerhin hat es jetzt einen Entscheid gegeben,“ so Lüscher gegenüber dem Netzticker. Wie es weiter geht und ob den 100 Mitarbeiter bei 3G Mobile Entlassungen drohen, konnte Lüscher noch nicht sagen. Erste Entscheide sind Anfang September zu erwarten. Im Zusammenhang mit dem Entscheid, sich vom Europa-Kurs zu distanzieren, musste Telefonica einen Rekordverlust von 4,3 Milliarden Euro für das erste Halbjahr 2002 bekanntgeben. Darin enthalten ist ein Abschreiber von 4,8 Milliarden Euro, der aus der Umstrukturierung des europäischen Mobilgeschäftes resultiert. Ohne diese Sonderkosten hätte der Pro-Forma-Gewinn um 50,3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode auf 575 Millionen Euro zugelegt. Der Umsatz fürs erste Halbjahr 2002 stieg um 14,8 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Positiv wurde das Europa-Moratorium von der Börse bewertet: die Telefonica-Aktie legte bis Redaktionsschluss um über 13 Prozent zu.