Tiscali braucht Geld: Rückzug aus weiteren Ländern geplant

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Der italienische Internetanbieter Tiscali konnte seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal um 42 Prozent auf 24,3 Millionen Euro (Q2 2003: 17,4) steigern. Dies gab das Unternehmen gestern Donnerstag bekannt. Mit 272,6 Millionen Euro ebenfalls gestiegen ist der Umsatz (Q2 2003: 217,2). Dennoch wies Tiscali vor Steuern auch diesmal wieder einen Verlust aus: Nach einem Minus von 56,3 Millionen Euro im Vorjahr wuchs dieser heuer auf 65,4 Millionen Euro an. Analysten befürchten nun, dass die geplante Kapitalerhöhung für die notwendigen Investitionen im Breitband-Internet-Geschäft nicht ausreiche. Im Juni hatten die Aktionäre eine Kapitalerhöhung von bis zu 130 Millionen Euro genehmigt. Tiscali kündigte am Donnerstagabend an, Vermögenswerte über 250 Millionen Euro verkaufen zu wollen. Dies sei allerdings keine Alternative zu der geplanten Kapitalerhöhung, sagte Finanzchef Massimo Cristofori. Neben dem Verkauf der Niederlassungen in der Schweiz, in Südafrika, Schweden und Norwegen, der Tiscali 100 Millionen Euro einbringen soll, will das Unternehmen daher nun auch die Standorte in Dänemark, Spanien, der Tschechischen Republik und in Österreich abstossen. Dies gab Tiscali-CEO Ruid Huisman gestern in einem Interview mit der italienischen Wirtschaftszeitung Sole 24 Ore bekannt. „Wir werden uns zukünftig auf unsere fünf wichtigsten Märkte Italien, Frankreich, die Benelux-Staaten, Deutschland und Grossbritannien konzentrieren“, erklärt Huisman diesen Entscheid. Dabei betonte Huisman jedoch, das Tiscali generell keinen Käufer suche und nach wie vor unabhängig bleiben wolle.