ChatGPT Ads

OpenAI bringt Werbung in ChatGPT nach Europa

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von Joël Orizet und Netz-KI Bot und cka

OpenAI weitet sein Werbegeschäft mit ChatGPT auf 31 europäische Märkte aus. Anzeigen erscheinen in der Gratisversion und im günstigeren "Go"-Tarif; die Abos "Plus", "Pro" und "Enterprise" bleiben werbefrei. Auch in der Schweiz soll die Werbung in den kommenden Tagen starten.

OpenAI will Werbung in ChatGPT nun auch in Europa ausspielen. (Source: zVg)
OpenAI will Werbung in ChatGPT nun auch in Europa ausspielen. (Source: zVg)

OpenAI bringt ChatGPT Ads in der kommenden Woche in 31 europäische Länder. Das Unternehmen nennt unter anderem Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Schweden, Norwegen, Dänemark, die Niederlande und Österreich. Wer die Gratisversion oder den kostenpflichtigen "Go"-Tarif nutzt, muss künftig mit Werbung rechnen. Die teureren Abos "Plus", "Pro" und "Enterprise" bleiben dagegen werbefrei, wie das Unternehmen mitteilt.

OpenAI nennt die Schweiz in seiner Mitteilung nicht ausdrücklich. Dennoch soll die Werbung auch hierzulande starten: Wie "SRF" berichtet, ist es am 24. August so weit.

OpenAI rüstet Werbeplattform auf

Werbetreibende können Anzeigen in ChatGPT zunächst über OpenAI selbst sowie über Agentur- und Technologiepartner buchen. Später im Sommer soll in den neuen europäischen Märkten auch der Self-Service-Zugang über den Ads Manager folgen. Über diesen können Unternehmen Kampagnen eigenständig erstellen und verwalten.

OpenAI baute seine Werbeplattform in den vergangenen Monaten deutlich aus. Unternehmen können weiterhin für Einblendungen oder Klicks bezahlen, ihre Kampagnen inzwischen aber auch auf sogenannte Conversions optimieren - also etwa auf Käufe, Anmeldungen oder andere gewünschte Aktionen. Zudem lassen sich Anzeigen nach Region und für bestimmte Zielgruppen ausspielen.

Auch die Erfolgsmessung baut OpenAI aus. Mit dem "OpenAI Pixel", der "Conversions API" und Anbindungen an externe Messdienste will das Unternehmen besser erfassen, welchen Beitrag die Anzeigen zu gewünschten Geschäftsergebnissen leisten. Nach eigenen Angaben haben inzwischen Zehntausende Werbetreibende Anzeigen in ChatGPT geschaltet.

Werbung soll Antworten nicht beeinflussen

Heikel wird Werbung vor allem dort, wo ChatGPT zur Entscheidungshilfe wird. Wer den Chatbot nach einem Reiseziel, einer passenden Software oder einem Produkt fragt, befindet sich oft bereits mitten in einer Kaufentscheidung. Umso wichtiger ist die Trennung zwischen der eigentlichen Antwort und bezahlten Inhalten.

OpenAI verspricht eine klare Trennung von Anzeigen und ChatGPT-Antworten. Werbetreibende sollen weder Zugriff auf Chatverläufe noch auf persönliche Angaben erhalten; Nutzungsdaten will das Unternehmen nicht an sie verkaufen. Auch auf die Antworten von ChatGPT habe Werbung keinen Einfluss.

Welche Anzeige erscheint, kann sich allerdings am Inhalt des aktuellen Gesprächs orientieren. Fragt jemand beispielsweise nach einer Reise oder nach einer bestimmten Produktkategorie, kann OpenAI dazu passende Werbung ausspielen. Im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz will OpenAI zunächst keine personalisierten Anzeigen ausspielen, wie das Unternehmen in seinem Hilfecenter schreibt. Der Inhalt des aktuellen Chats kann für die Auswahl einer passenden Anzeige dennoch eine Rolle spielen.

Werbegeschäft soll neues Standbein werden

Die ersten Werbetests startete OpenAI im Februar 2026 in den USA. In den folgenden sechs Monaten weitete das Unternehmen das Angebot auf acht weitere Märkte aus. Mit den nun angekündigten 31 europäischen Ländern folgt laut OpenAI der bisher grösste Expansionsschritt.

Mit Werbung erschliesst sich OpenAI eine zusätzliche Einnahmequelle neben seinen Abonnements. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, kostenlose und günstigere Zugänge zu ChatGPT mitfinanzieren zu wollen. Entscheidend wird sein, ob die Trennung zwischen KI-Antwort und bezahlter Botschaft auch dann klar bleibt, wenn Menschen ChatGPT gezielt um Kaufempfehlungen und Entscheidungshilfe bitten.

 

Übrigens: Wie das "Time"-Magazin mit für Menschen unsichtbarer Werbung gezielt KI-Crawler anspricht, lesen Sie hier.

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