Twitter zensiert, Nutzer rebellieren
Twitter plant die Einführung länderspezifischer Filter. Die Nutzer gehen auf die Barrikaden.
Twitter will Inhalte filtern und in Ländern, in denen sie gegen Gesetze verstossen, blockieren. Im Rest der Welt sollen die Inhalte weiter lesbar sein. Bisher sei es nur möglich gewesen, Tweets global zu löschen, so der Kurznachrichtendienst in einem Blogpost.
Die Ankündigung hat einen Sturm der Entrüstung entfacht: Mit den Hashtags #TwitterCensored und #TwitterBlackout protestieren Nutzer weltweit. Am Samstag legten viele den Dienst für einen Tag nieder.
"Twitter ist zu weit gegangen"
Auch die Blogosphäre reagiert scharf. "Google hat mit der neuen Datenschutzerklärung einen Weg gefunden, der für mich noch in Ordnung geht. Twitter hingegen ist zu weit gegangen", schreibt Jürgen Vielmeier im Basic Thinking Blog. Twitter gehe es bloss darum, neue Märkte wie China zu erschliessen. Dafür verschenke der Dienst "ohne Not die eigenen Ideale" und betreibe Selbstzensur, kritisiert Vielmeier.
Forbes titelt gar: "Twitter Commits Social Suicide" (Twitter begeht sozialen Selbstmord) - das Management des Unternehmens habe die globale Relevanz von Twitter zerstört. Und der chinesische Dissident Ai Weiwei droht: "Wenn Twitter zensiert, dann höre ich auf zu twittern."
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