Vista-Krach: Microsofts Zugeständnisse an Intel liess HP ausrasten
Am vergangenen Freitag kamen weitere E-Mails ans Licht, die im Zusammenhang mit dem laufenden „Vista Capable“-Prozess zwischen HP und Microsoft hin und her gingen. Der Hintergrund: Microsoft hatte bereits Mitte 2005 angekündigt, welche Spezifaktionen ein Rechner aufweisen müsse, um das „Windows Vista Capable“-Logo zu tragen. Insbesondere wurde zu dem Zeitpunkt verlangt, dass die Hardware die WDDM-Anforderungen erfülle. Ein Chipsatz, der das WDDM (Windows Display Driver Model) nicht unterstützt, ist beispielsweise nicht in der Lage, Vistas Aero-Oberfläche darzustellen.
Dies brachte jedoch den Partner Intel in Probleme. Dieser hatte noch viele 915-Chipsätze an Lager, die diesen Anforderungen nicht entsprechen und die mit dem Launch von Vista quasi obsolet geworden wären. Neue, leistungsfähigere Chipsätze konnte das Unternehmen noch nicht in genügendem Umfang produzieren. Die nun aufgetauchten E-Mails erhärten den Verdacht, dass Redmond die Anforderungen per Januar 2006 tatsächlich unter anderem aus dem Grund zurücksetzte, um Intel zu schützen: Intel hätte, wie ein Microsoft-Mitarbeiter in einem E-Mail schreibt, hohe Marktanteilverluste und möglichweise Einbussen in Milliardenhöhe zu beklagen, wäre dieser Schritt seitens Microsoft nicht unternommen worden.
Andere Anbieter, namentlich HP, stiess die Massnahme jedoch äusserst sauer auf. Denn HP hatte zu dem Zeitpunkt bereits namhafte Investitionen in neue Technologien getätigt, eben um den ursprünglichen Anforderungen zu genügen. Entsprechend gross war die Enttäuschung und das Unverständnis, wie aus den E-Mails hervorgeht. Aber auch unter Microsoft-Mitarbeitern stiess die Massnahme teilweise auf Unverständnis. So schrieb etwa Jim Allchin, damals Co-President der Platforms & Services Division bei Microsoft an seinen Chef Steve Ballmer, er sei über die Entscheidung mehr als nur erzürnt, dies sei ein komplettes Fehlmanagement bei Intel und Microsoft.
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