OpenAI fordert radikales Umdenken in Wirtschaft und Gesellschaft
OpenAI skizziert in einem Paper, wie alle Menschen von den Veränderungen des KI-Zeitalters profitieren sollen. Dabei scheut sich der ChatGPT-Entwickler nicht, teils radikale Forderungen zu stellen.
Internationale KI-Sicherheitsstandards, höhere Unternehmenssteuern, Vier-Tage-Woche, allgemeines Recht auf KI-Nutzung - diese und weitere Forderungen stellt OpenAI im Paper mit dem Titel "Industrial Policy for the Intelligence Age: Ideas to Keep People First". Damit will der ChatGPT-Entwickler eine Diskussion dazu anstossen, wie man KI in den Alltag aller integrieren kann, ohne dass die Menschen auf der Strecke bleiben.
Das Paper vergleicht das Aufkommen von KI-Werkzeugen mit der industriellen Revolution, die ebenfalls den Berufsalltag vieler Leute umgekrempelt hat. Es verweist auf den "New Deal", der im frühen 20. Jahrhundert in den USA die Regeln der Wirtschaft und der Gesellschaft an die industriellen Realitäten angepasst hat, um eine Weltwirtschaftskrise abzuwenden. In ähnlicher Weise müssten gemäss OpenAI nun neue Regeln entstehen, die die Welt im Zeitalter der künstlichen Superintelligenz prägen sollen. Dass dieses Zeitalter bevorsteht, steht für den ChatGPT-Entwickler ausser Frage.
Wirtschaftlicher Aufschwung für alle
KI hat laut OpenAI das Potenzial, einen enormen wirtschaftlichen Mehrwert herbeizuführen, indem sie Prozesse beschleunigt und dadurch die Kosten von Gütern senkt. Der daraus resultierende Wohlstand soll aber nicht nur wenigen zugutekommen, sondern alle sollen profitieren können. Zu diesem Zweck schlägt das Paper etwa vor, einen öffentlichen Fonds zu gründen, der in KI investieren soll und dessen Profite an die Bevölkerung verteilt würden. Steuerreformen seien ein weiteres Mittel, heisst es im Paper; denn Firmen, die dank KI höhere Gewinne erzielen, sollen auch mehr Steuern zahlen. Und schliesslich schlägt OpenAI die Einführung einer Vier-Tage-Woche vor, als Ausgleich für die zusätzliche Produktivität mithilfe von KI.
Es sei jedoch wichtig, dass die Menschen weiterhin Perspektiven hätten. Die Arbeiterschaft wisse am besten, wie gearbeitet werde, deshalb soll sie mitentscheiden, wie man KI im Arbeitsalltag einsetzen soll, schreibt der ChatGPT-Entwickler. Gleichzeitig sollen Jobs gefördert werden, die auf menschlichen Begegnungen beruhen, etwa im Bildungsbereich und in der Pflege.
Gesellschaftliche Resilienz gegen KI
Auf der anderen Seite bringe das KI-Zeitalter viele Risiken mit sich, heisst es im Paper. Regierungen sollen die Einsatzbereiche von KI regulieren und führende KI-Unternehmen sollen diese Regelungen übernehmen. Weiter will OpenAI Möglichkeiten für öffentliche Mitarbeit schaffen, sodass nicht nur Experten über die Natur von KI entscheiden können. Das stelle sicher, dass KI stets dem öffentlichen Interesse diene.
Ausserdem brauche es Systeme, die der Bevölkerung die Sicherheit im Umgang mit KI garantieren und dadurch das Vertrauen in KI erhöhen würden. Nur so könnten alle gefahrlos von den Errungenschaften des KI-Zeitalters profitieren.
In der Schweiz ist KI jedenfalls nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Drei Viertel der Bevölkerung nutzen bereits Chatbots, wie Sie hier lesen können.
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