Pakistans Web-Zensur steht vor dem Aus
Pakistans Telekommunikationsbehörde macht einen Rückzieher von seinem Web-Filter-Projekt und zieht eine offizielle Ausschreibung voraussichtlich zurück.
Pakistan hat seinen Plan, das Internet zu zensieren, vorerst aufgegeben. Ein Mitglied der Nationalversammlung Pakistans teilte der Zeitung Express Tribune mit, dass das Projekt auf Eis gelegt wurde.
Hauptgrund seien Bedenken mehrerer Interessengruppen. Pakistans Ministerium für Informationstechnologie, das die Ausschreibung lancierte, hat die Meldung weder bestätigt noch dementiert. Eine Stellungsnahme ist jedoch für heute Dienstag angekündigt.
Die Ausschreibung, welche Ende Februar 2012 vom MoIT veröffentlicht wurde, suchte nach Vorschlägen für Entwicklung, Installation und Betrieb eines nationalen Filter- und Blockade-Systems. Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen wurden dazu eingeladen, Konzepte für die Entwicklung, Einrichtung und den Betrieb einer nationalen Firewall einzureichen. Die Filter-Lösungen hätten Millionen unerwünschter URLs automatisch scannen, sowie IP-Adressen blockieren sollen. Vor allem die Verbreitung von blasphemischen oder unmoralischen Inhalten wollte man so verhindern.
Da Pakistan bisher manuell Zensur betreibt, kann die Behörde nur unregelmässig Websites blockieren. Dies hätte sich mit einem automatisierten System ändern sollen.
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