Swisscom steigt bei Finnova ein

Finnova: Neuer Mehrheitseigner und Swisscom-Beteiligung

Uhr | Aktualisiert

Das deutsche Unternehmen MSG Systems ist neuer Mehrheitseigner des Lenzburger Bankensoftware-Anbieters Finnova. Auch Swisscom beteiligt sich am Unternehmen.

Der deutsche IT-Berater und Systemintegrator MSG Systems hält neu mit 51,4 Prozent die Mehrheitsbeteiligung am Lenzburger Bankensoftware-Anbieter Finnova. Swisscom nimmt Einsitz im Verwaltungsrat und beteiligt sich mit 9 Prozent. Damit seien neben Kundenbanken und Management nun auch die strategisch wichtigsten Partner in Aktionariat und Verwaltungsrat vertreten, sagt Finnova.

"Mit der neuen Mehrheitsbeteiligung können wir Finnova als Tochtergesellschaft in der MSG-Gruppe konsolidieren und unser Lösungsangebot im Bankenmarkt deutlich erweitern", wird Hans Zehetmaier, Gründer und Vorstandsvorsitzender der MSG, in einer Medienmitteilung von Finnova zitiert. "Die strategische Ausrichtung der Finnova werden wir beibehalten."

Neue Gesichter im Verwaltungsrat

Marcel Walker, Leiter des Swisscom-Geschäftsbereichs Banking, wird im Verwaltungsrat von Finnova aufrücken. Swisscom betreibt für über 70 Kundenbanken die Finnova Banking Software. "Als strategischer Partner von Finnova können wir die Industrialisierung der Finanzbranche in der Schweiz weiter vorantreiben und stärken ihre Innovationskraft", sagt Walker in einer Mitteilung von Swisscom.

Finnova wählte an der Generalversammlung vom 1. April zudem Hanspeter Rhyner von der Glarner Kantonalbank in den Verwaltungsrat. Jörg Steinemann, der bisherige Präsident des Verwaltungsrates, tritt nach 14-jähriger Zugehörigkeit aus dem Gremium zurück. Unverändert im Verwaltungsrat bleiben Stephan Frohnhoff (MSG), Walter Knabenhans (unabhängig), Charlie Matter (Finnova) und Hans Zehetmaier (MSG). Zehetmaier wurde an der Versammlung zum neuen Präsidenten ernannt.

"Finnova profitiert von der Technologiekompetenz der Spezialisten von MSG und den verfügbaren Entwicklungskapazitäten", zitiert Finnova seinen CEO Charlie Matter. "Wir arbeiten gemeinsam an strategischen Projekten wie dem Verarbeitungscenter und an Produktinnovationen."

Kantonalbanken reduzieren Beteiligung

An Finnova sind nun folgende Firmen beteiligt: MSG Systems mit 51,4 Prozent (bisher 46 Prozent), Swisscom mit 9 Prozent (bisher 0 Prozent) und sieben Kundenbanken mit 22,8 Prozent (bisher 37,2 Prozent). Das Management hält unverändert 16,8 Prozent. Das Aktienkapital blieb insgesamt gleich.

Von den Kundenbanken haben die Schaffhauser Kantonalbank und die Schwyzer Kantonalbank ihre Beteiligungen von 10,6 respektive 14,0 auf je 5,1 Prozent reduziert. Die Beteiligung der übrigen Banken blieb unverändert. Über finanziellen Details der Transaktionen wurde Stillschweigen vereinbart.

Finnova wurde 1974 gegründet und beschäftigt in Lenzburg, Chur, Seewen, Lausanne und Singapur etwa 350 Mitarbeiter. Finnova-Software wird von rund 80 Universal- und 20 Privatbanken eingesetzt.

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