Partner-Post Dossier in Kooperation mit Abraxas

Probelauf für die E-ID

Uhr
von Marc Meier, Abraxas

Seit Herbst 2025 ist der elektronische Lernfahrausweis (eLFA) verfügbar. Nach einer mehr­stufigen Pilotphase startete im September der landesweite Rollout für alle Kantone. Mittendrin auch Abraxas mit ihren beiden Lösungen CARI und AVEDRIS für Strassenverkehrsämter.

Marc Meier, Product Manager, Abraxas. (Source: zVg)
Marc Meier, Product Manager, Abraxas. (Source: zVg)

Seit dem 3. April 2024 gibt es den Lernfahrausweis eLFA auch elektronisch. Mit dem eLFA sammelt der Bund im Rahmen eines Pilotprojekts mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) und der Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa) erste Erfahrungen mit der Vertrauensinfrastruktur, auf der dereinst auch der Betrieb der E-ID geplant ist. Früh in der Pilotphase haben Appenzell Ausserrhoden, Bern, Neuenburg, Wallis und das Tessin am Projekt teilgenommen, ehe im Herbst 2025 die übrigen Kantone hinzukamen.

Über den Projektverlauf sagt Sascha Herzig, Projektleiter bei der asa: «Die Koordination war durchwegs anspruchsvoll. Beteiligt waren verschiedene Bundesämter, E-ID-Programmteams, Kantone und zahlreiche Leistungserbringer. Gleichzeitig gab es viele Abhängigkeiten zu Entwicklungen, die wir im Projekt selbst gar nicht steuern konnten – das bedeutete ein hohes Mass an Fremdbestimmung.»

Der eLFA ist der nächste Entwicklungsschritt in der Welt der digitalen Ausweisdokumente. Den eLFA können Lernfahrerinnen und Lernfahrer nach bestandener Theorieprüfung beantragen und via SMS in die swiyu-Wallet laden. Er ergänzt weiterhin den Papierausweis und dient als realer Praxistest für die künftige elektronische Identität der Schweiz. «Der eLFA ist das erste produktive Element der künftigen E-ID-Technologie», erklärt Herzig. «Er zeigt, dass das technische Fundament funktioniert – und liefert wertvolle Erkenntnisse, etwa zu Mehrsprachigkeit, rechtlichen Anforderungen oder dem Support-Flow. Die Rückmeldungen aus der Praxis bestätigen die getroffene Technologiewahl: It works!»

Erfahrungen für die Zukunft

Mit dem eLFA konnten erstmals Prozesse und Technologien rund um die Self-Sovereign Identity (SSI) im Alltag getestet werden – von der Ausstellung über Supportfälle bis zur Kommunikation zwischen Bund, Kantonen und Systempartnern. «Das sind zentrale Erfahrungen für die Weiterentwicklung der E-ID», erklärt Herzig. «Dank eLFA und AGOV wurden Supportstrukturen mehrfach angepasst – das Wissen daraus fliesst direkt in die kommenden digitalen Ausweise ein.»

Der IT-Dienstleister Abraxas hat die Integration des eLFA in die Fachapplikationen CARI und AVEDRIS umgesetzt. Damit können die kantonalen Strassenverkehrsämter den digitalen Lernfahrausweis direkt in ihren bestehenden Prozessen erfassen, ausstellen und verwalten. Die Einführung markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem vernetzten, sicheren und nutzerfreundlichen digitalen Ökosystem für Ausweise.

b1
Mit dem elektronischen Lernfahrausweis wird durchgängige Verwaltung erlebbar und dank der neuen E-ID bald noch einfacher. Illustration: Patric Sandri

Interview

Marc Meier sorgt dafür, dass die Digitalisierung in den Strassenverkehrsämtern spürbar wird. Als Product Manager für die Abraxas-Lösung CARI hat er massgeblich an der Einführung des eLFA mitgewirkt.
Interview: Gregor Patorski, Abraxas

 

eLFA als Lernlauf für die E-ID: Wie wichtig war es, hier erste Erfahrungen zu sammeln?

Marc Meier: Das Projekt hat gezeigt, dass technologische Machbarkeit allein nicht genügt – entscheidend ist die Akzeptanz. Auch wenn alles digital möglich wäre, ist das Vertrauen in solche Lösungen noch nicht selbstverständlich. Der eLFA hat uns geholfen, Erfahrungen zu sammeln: Wie reagieren Einwohnerinnen und Einwohner auf digitale Ausweise? Wie funktionieren die Abläufe zwischen Polizei, Strassenverkehrsämtern und App-Nutzenden? Mit diesen Erkenntnissen schaffen wir die Grundlage für kommende digitale Ausweise – etwa den mobilen Führerausweis.

Gab es spezielle Lernerfahrungen?

Die grösste Herausforderung war, die vielen Projektbeteiligten unter einen Hut zu bringen – vom Bund über die Kantone bis zu den Partnern vor Ort. Alle wollten schnell einen Nutzen sehen, doch im Pilotprojekt ging es zuerst darum, eine stabile Grundlage zu schaffen. Viele vorgelagerten Schritte wie Ausweisantrag, Optiker- oder Nothelferbestätigung sind heute noch nicht digital. Aber genau dort beginnt es, spannend zu werden – wenn der ganze Prozess eines Tages wirklich von A bis Z digital abläuft.
 

Was dürfen Herr und Frau Schweizer künftig erwarten?

Das Ziel ist klar: mehr Selfservice. Wer künftig einen Ausweis verliert oder erneuern muss, soll das einfach per App oder Portal erledigen können. Auch beim Fahrzeugausweis oder bei medizinischen Kontrollen entstehen neue digitale Prozesse. Parallel arbeitet der Bund daran, die AHV-Nummer als Identifikator bereitzustellen – das eröffnet enormes Potenzial für durchgängige, sichere Abläufe zwischen Bund, Kantonen und Einwohnerdiensten.


Lösungen von Abraxas

Lösungen von Abraxas bringen Strassenverkehrsämter näher zu ihren Kunden. So lässt sich Effizienz und Qualität verbessern. Abraxas hat mit CARI und AVEDRIS die führenden Fachapplikationen für Schweizer Strassenverkehrs- und Schifffahrtsämter entwickelt. Diese werden kontinuierlich erweitert und optimiert und sind mittlerweile bei 19 Kunden im Einsatz.

Für die Verwaltungstätigkeit heisst das: Alle Daten sind zentral erfasst. Die Geschäftsprozesse werden digital gesteuert. Das gewährleistet nicht nur hohe Sicherheit, sondern erleichtert auch den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Amtsstellen. Dank webbasierter oder mobiler Services erledigen immer mehr Privatkunden und Garagisten ihre Ausweisbestellungen, Terminbuchungen oder Adress­änderungen bequem und selbstständig. Das entlastet insbesondere die Verwaltung und führt spürbar zu mehr Effizienz und Qualität.

Webcode
o2RXHSye