Swiss E-Health Summit

"Wir werden gerade Zeugen einer beginnenden Revolution"

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Der Swiss E-Health Summit findet in diesem Jahr erstmals in der Westschweiz statt. Rainer Herzog vom Veranstalter HIMSS erklärt, was die Teilnehmer in Lausanne erwartet.

Rainer Herzog vom Swiss-E-Health-Veranstalter HIMSS (Source: Photographer: Colin Gray)
Rainer Herzog vom Swiss-E-Health-Veranstalter HIMSS (Source: Photographer: Colin Gray)

Das Motto des diesjährigen Summits ist «Healthcare meets Innovation». Was verstehen sie darunter?

Rainer Herzog: Wir werden gerade Zeugen einer beginnenden Revolution. Big Data, künstliche Intelligenz und Genomics werden in den kommenden Jahren die Medizin und das Gesundheitswesen tiefgreifend und grundlegend verändern – und das ist kein leichtes Unterfangen. Das Gesundheitswesen hat sich immer als sehr veränderungsresistent erwiesen. Die Frage ist also, was beim Aufeinandertreffen der beiden Kulturen passieren wird und welche Auswirkungen das auf Organisationen, Ärzte, Patienten und die Industrie haben wird. Und genau deshalb haben wir das Motto für den diesjährigen Summit so gewählt.

Was erwartet die Besucher am Event?

Wir haben wie in den Vorjahren ein sehr facettenreiches Programm zusammengestellt. Das reicht von einer Bestandsaufnahme der EPD-Implementierung über spezielle Themen wie E-Medikation bis hin zu konkreten Implementierungsbeispielen vernetzter IT im Spital. Auch sehr spezifische Themen wie Blockchain oder etwa Fast Healthcare Interoperability Resources, kurz FHIR, werden Teil des Programms sein. Unser Anliegen ist es, sowohl über konkrete und aktuelle Themen zu informieren, als auch den Ausblick in die Zukunft anzubieten.

Was sind die Highlights des diesjährigen E-Health Summit?

Natürlich an erster Stelle unsere Keynotes. Sie werden sich kritisch mit der «schönen neuen Welt» der Medizin auseinandersetzen. Wo sind die Grenzen von Genomics und personalisierter Medizin und was können Patienten und Ärzte in der Zukunft von diesen Innovationen realistisch erwarten? In diesem Zusammenhang steht auch unsere Session zum Thema Innovation und der neue Innovationspavillon in Zusammenarbeit mit Bioalps und dem Kanton Waadt. Und sicher ebenfalls die Bestandsaufnahme zum EPD und die damit verbundenen Implementierungsbeispiele einer vernetzten Versorgung in einigen Spitälern.

Wie hat sich der Event im Vergleich zum Vorjahr verändert?

Wir werden zum ersten Mal in der französischsprachigen Schweiz zu Gast sein – auch für uns eine neue Erfahrung, auf die wir uns sehr freuen. Gleiches gilt für unsere neuen Programmpartner wie etwa die EPFL, mit der zusammen wir die neuen Themen lancieren und den Summit damit konsequent auf die Zukunft ausrichten. Und schliesslich bietet das Swiss-Tech-Center in Lausanne für die Teilnehmer und für unsere Industriepartner einen neuen und modernen Rahmen für den gegenseitigen Austausch und die Präsentation.

Der Summit findet dieses Jahr in Lausanne statt. ­Warum haben Sie die Stadt als Tagungsort gewählt?

Lausanne gilt als das «Silicon Valley der Schweiz». Dort befinden sich Life Sciences Cluster wie Bioalps wie auch exzellente Forschungszentren wie die EPFL. Ausserdem ist es auch für den Kanton Waadt von grossem Interesse, das Thema Digitalisierung und Innovation im Gesundheitswesen voranzutreiben. Mit all diesen Organisationen und Institutionen arbeiten wir übrigens sehr gut zusammen. Das war für uns entscheidend, als es darum ging, einen «Innovationsstrandort» für unsere Veranstaltung zu finden.

Mit welchen Entwicklungen müssen sich ­IT-Entscheider im E-Health-Bereich in nächster Zeit auseinandersetzen?

IT wird in Zukunft die notwendige Grundlage für neue Therapien in vielen Indikationen werden, wie etwa in der Onkologie. Wir haben vielleicht zum ersten Mal eine realistische Chance, den Krebs als chronische Krankheit kontrollieren zu können. Viele sprechen schon vom «neuen goldenen Zeitalter der Medizin». Das alles wird nur mit IT möglich sein – Stichworte sind etwa künstliche Intelligenz oder Genomanalyse. Das wird nicht nur für die IT-Entscheider, sondern auch für Ärzte und Krankenhausleiter tiefgreifende Veränderungen mit sich bringen.

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