30 Jahre Soreco

Soreco entwickelt wieder eine Lohnbuchhaltung

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Soreco hat sein 30-Jahr-Jubiläum gefeiert und seine nächste Software-Generation lanciert. Das Unternehmen kündigte zudem an, wieder eine Lohnbuchhaltung zu entwickeln.

Verkaufsleiter Walter Wyss (links) und CEO Claude Sieber an der Jubiläumsfeier von Soreco (Quelle: Netzmedien)
Verkaufsleiter Walter Wyss (links) und CEO Claude Sieber an der Jubiläumsfeier von Soreco (Quelle: Netzmedien)

Soreco hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Gründung im Jahr 1988, Übernahme des Mutterhauses durch Canon, Beteiligung von IBM, Aktien-Rückkauf durch das Management, Verkauf an Axon Active, Ausgliederung des BPO-Teils, Verkauf der Software für das Personalmanagement, Management-Buy-out.

Die Achterbahnfahrt fand gestern im Chicago 1928 in Zürich-Oerlikon ihr vorläufiges Ende. Rund 150 Mitarbeiter, Kunden und Partner des Unternehmens feierten im Lokal das 30-jährige Jubiläum des Softwareherstellers.

Zurück in die Zukunft

Am Fest gab es eine Neuigkeit, von der auch die Mitarbeiter noch nichts wussten: Soreco entwickelt wieder eine Software für die Lohnbuchhaltung. Das habe die Geschäftsleitung letzte Woche gemeinsam mit dem Verwaltungsrat entschieden, sagte Verkaufsleiter Walter Wyss auf der Bühne. Die Ankündigung ist interessant - denn Soreco bot schon mal eine Software für die Lohnbuchhaltung an.

1999 lancierte das Unternehmen E-Payroll, eine ASP-Lohnbuchhaltung für kleine und mittelständische Firmen. 2005 unterstützte Soreco das elektronische Lohnmeldeverfahren Swissdec/ELM. 2006 zertifizierte die Schweizerische Unfallversicherung Suva die Lohnbuchhaltung. 2007 folgte Version 2 von E-Payroll. Und im März 2015 verkaufte Soreco die Lösung und seinen ganzen HR-Teil an P&I.

Dritte Software-Generation als Basis

Für die Konkurrenz war der Verkauf der HR-Sparte eine Chance. Abacus reagierte Anfang 2017 mit einer Kooperation, die gezielt auf Soreco abzielte: Das Unternehmen arbeitete nun mit Axept Business Software und dem ehemaligen Soreco-Partner Five Informatik zusammen. Der Verkauf von Sorecos HR-Teil tangiere "250 Grosskunden wie Kantone, Städte, Banken, Dienstleister, Versicherungen, Industriebetriebe", schrieb Abacus damals in einer Mitteilung.

Soreco habe gespürt, dass es schmerzhaft sein könne, wenn man keine Lohnbuchhaltung im Angebot habe, sagte CEO Claude Sieber an einem Treffen mit Journalisten vor der Jubiläumsfeier. Die Entwicklung der neuen Lösung soll im Sommer beginnen. Nicht auf der grünen Wiese bei Null, sondern mit "viel Erfahrung und Wissen aus der Vergangenheit".

Die Lohnbuchhaltung werde auf der dritten Generation der Software von Soreco aufsetzen, die auf Java und HTML5 basiert. In diese investierte Soreco laut Wyss in den letzten 2,5 Jahren über 2 Millionen Franken.

Aufbau eines HR-Bereichs

Sieber machte keinen Hehl daraus, dass einige Kunden wegen der fehlenden Lohnbuchhaltung zur Konkurrenz wechselten. Auch darum sieht er aber Potenzial für eine weitere HR-Lösung. Der Bereich sei zwar eher eine Nische. Der Gesetzgeber mache aber neue Vorgaben und das Umfeld habe sich stark verändert. SAP wolle alles in die Cloud zügeln, und nur wenige Firmen würden heute noch Geld in diesen Markt investieren. Das spreche für eine neue Lösung von Soreco. Für die Zukunft sei es wichtig, wieder ein gesamtbetriebswirtschaftliches ERP anbieten zu können.

Mit der Lohnbuchhaltung werde Soreco intern auch wieder einen HR-Bereich aufbauen. Für die Entwicklung kann das Unternehmen auf sein Offshore-Zentrum mit rund 15 Entwicklern in Vietnam zurückgreifen. Eine erste Version der HR-Lösung soll spätestens im Sommer 2019 erscheinen, sagte Sieber an der Jubiläumsveranstaltung.

Hinweis: Sehen Sie hier in der Bildergalerie einige Fotos des Events.

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