Zugpferd schwächelt, Services holen auf

Apple macht Kasse und warnt vor dem Weihnachtsgeschäft

Uhr | Aktualisiert

Apple hat 2018 einen Rekordgewinn erzielt. Das Unternehmen wuchs mit Dienstleistungen und höheren Gerätepreisen. Eine Warnung vor dem Weihnachtsgeschäft, neue Verschwiegenheit und sinkende Verkäufe verraten Probleme beim US-Unternehmen.

(Source: Michał Kubalczyk/unsplash.com)
(Source: Michał Kubalczyk/unsplash.com)

Apple hat Zahlen zum Geschäftsjahr 2018 vorgelegt, das am 29. September zu Ende ging. Das Unternehmen meldet einen Jahresumsatz von 265,6 Milliarden US-Dollar. 2017 waren es noch 229,2 Milliarden Dollar. Die Ausgaben stiegen von 26,8 auf 30,9 Millarden Dollar, wie dem Bericht zu entnehmen ist. Der Gewinn lag 2018 bei 59,5 Milliarden Dollar, nach 48,3 Milliarden im Vorjahr.

Im vierten Quartal 2018 konnte Apple im Vergleich zum Vorjahresquartal beim Umsatz 20 Prozent zulegen, wie es weiter heisst. Dieses Wachstum ging auf das Konto der neuen iPhones, "Other Products" wie der Apple Watch und den Dienstleistungen des Unternehmens. Letztere werden für das US-Unternehmen immer wichtiger. Es weist denn auch darauf hin, dass es noch nie so viel mit Services verdient habe, wie im 4. Quartal 2018. Ausserdem habe Apple nun 2 Milliarden iOS-Geräte ausgeliefert, lässt sich CEO Tim Cook zitieren.

Aus den Augen, aus dem Sinn

iPhone-Verkäufe trugen 2018 den Löwenanteil zum Umsatz von Apple bei. Der Anteil an den Konzern-Einnahmen stieg im Vergleich zum 4. Quartal 2017 um 29 Prozent. Ein Blick auf die Zahlen zeigt allerdings ein gemischtes Bild. Apple verdiente zwar mehr mit den iPhones, die Zahl der ausgelieferten Geräte stieg aber nur leicht von 46,7 auf 46,9 Millionen. Trotzdem stiegen die Einnahmen – dank höheren Preisen. Bei den iPads und Macs gingen die Zahlen sogar zurück.

Stagnation und Rückgang bei den Verkaufszahlen bleiben nicht ohne Wirkung. Apple habe angekündigt, ab dem kommendem Jahr über die ausgelieferten iPhones, iPads und Macs keine Auskunft mehr zu geben, berichtet "Bloomberg". Dafür wolle man mehr Einblick in den Geschäftsgang der Dienstleistungs-Sparte geben, sagte CFO Luca Maestri. Stückzahlen alleine hätten dagegen an Bedeutung verloren.

Laut Analysten sei die neue Informationspolitik ein Zeichen dafür, dass die Flaute im Mobile-Markt auch an Apple nicht spurlos vorbei gehe. "Grosse Unternehmen sagen oft kein Wort mehr, wenn die Zahlen nicht mehr stimmen", zitiert Bloomberg Neil Mawston von Strategy Analytics. Stattdessen wolle Apple die Aufmerksamkeit auf den Erfolg der Service-Sparte lenken.

Warnung vor dem Weihnachtsgeschäft

Die Entwicklung dürfte sich fortsetzen. Für das Weihnachtsgeschäft 2018, das ins 1. Quartal von Apples Geschäftsjahr 2019 fällt, gab das Unternehmen laut "Reuters" eine Gewinnwarnung ab. Der Umsatz soll in den kommenden 3 Monaten zwischen 89 und 93 Milliarden Dollar liegen. Die Verkäufe würden die Erwartungen der Wall Street wahrscheinlich enttäuschen. Tim Cook habe dies mit der Wirtschaftslage in Schwellenländern, dem Starttermin der neuen iPhones und ungünstigen Währungseffekten begründet.

Die Warnung vor dem kommenden Quartal habe den Wert der Apple-Aktien zeitweise unter die Marke von 1 Billion Dollar gedrückt. Die Frage sei nun, wie Apple den Rückgang bei den Verkäufen weiterhin mit höheren Preisen ausgleichen könne. "Es ist offen, ob diese Strategie in einer Rezession funktioniert", zitiert Reuters George Salmon von Hargreaves Lansdown. "Wenn bei den Konsumenten das Geld knapp wird, könnten Apples Preisschilder sie abschrecken."

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