Florian Schütz über seine Aufgaben als "Mr. Cyber"

"Ich will dazu beitragen, dass die Chancen der Digitalisierung genutzt werden"

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von Florian Schütz, Delegierter des Bundes für Cybersicherheit, Leiter des Kompetenzzentrums für Cybersicherheit

Eine reine Risikosicht bei der Cybersicherheit ist zu eingeschränkt. Wir sollten alle ­Verantwortung auf dem Gebiet übernehmen. Denn die Digitalisierung bietet auch Chancen, und ich will dazu beitragen, dass diese genutzt werden.

Florian Schütz, Delegierter des Bundes für Cybersicherheit, Leiter des Kompetenzzentrums für Cybersicherheit. (Source: zVg)
Florian Schütz, Delegierter des Bundes für Cybersicherheit, Leiter des Kompetenzzentrums für Cybersicherheit. (Source: zVg)

Die Cybersicherheit des Bundes benötigt Fokussierung und Koordination, um mit den vorhandenen Mitteln die grösstmögliche Wirkung zu erzielen und eine stabile Basis für den Ausbau zukünftig benötigter Fähigkeiten zu bieten. In einem ersten Schritt geht es daher darum, mir einen Überblick über die Fähigkeiten, Chancen und Risiken zu verschaffen, um die strategische Ausrichtung zu definieren und Prioritäten festzulegen. Dazu dienen Treffen mit internen Stellen sowie mit Vertretern von Kantonen, Verbänden und Firmen, um deren Ideen und Herausforderungen aufzunehmen. Des Weiteren verfolge ich die aktuelle Lage und deren Entwicklung: Ich informiere mich zum Beispiel bei der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) über die Bedrohungslage.

In der Bundesverwaltung gibt es die Schwerpunkte Cyber-Strafverfolgung im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD), die Cyber-Defense im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und die Cybersicherheit im Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD). Ausserdem verfügen noch weitere Departemente über fachspezifische Fähigkeiten. Das Kompetenzzentrum für Cybersicherheit, das ich leite, kümmert sich um Sicherheitsfragen im Cyberraum, die Umsetzung der Nationalen Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyberrisiken (NCS) und das Etablieren und Koordinieren von Querschnittsprozessen innerhalb der Bundesverwaltung. Des Weiteren fungiert das Zentrum als zentrale Anlaufstelle und als Informationsdrehscheibe zur aktuellen Lage und zu möglichen Entwicklungen für Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft. Es liefert Strategien zuhanden der Politik, die den Standort Schweiz fördern.

Eckpfeiler der Cybersicherheit

Die Schweiz ist ein technologisch führender Innovationsstandort, zum Beispiel dank der Eidgenössischen Technischen Hochschulen. Das sollten wir nutzen, um die Infrastruktur der Schweiz sicherer zu machen und die Firmen beim Grundschutz zu entlasten. Gefragt ist zudem ein effizientes Cyber-Risikomanagement: Risiken einzugehen ist in Ordnung, der Risikoappetit muss aber mit den Erfolgsaussichten abgestimmt sein. Durch das Transparentmachen von Cyberrisiken kann Innovation gefördert werden.

Um im internationalen Wettbewerb nicht abgehängt zu werden, bedarf es top ausgebildeter Leute. Das Schweizer Bildungssystem eignet sich, um einerseits diese Talente selbst auszubilden, andererseits ermöglicht es auch, international generiertes Wissen in die Schweiz zu bringen.

Teile des Lebens verlagern sich in den Cyberraum. Dabei ändert sich vor allem das Medium, die Grundlagen des Zusammenlebens ändern sich nicht. Beim Onlinebetrug etwa handelt es sich um eine Straftat, die das Internet als Tatmittel nutzt, nicht um eine neue Deliktform. Es ist wichtig, Normen und Werte durch die Schaffung von internationalen Standards im Cyberraum abzubilden.

Cybersicherheit ist nur kosteneffizient, wenn sie extrem skalierbar ist. Es braucht daher eine agile Organisation mit klaren Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung, eine gute Fehlerkultur sowie einen hohen Automatisierungsgrad. In der Bundesverwaltung bestehen schon gute Ansätze. Diese müssen nun konsequent weiter ausgebaut werden.

Eine sichere, digitale Schweiz

Eine rasche Digitalisierung bedeutet sich stetig ändernde Anforderungen an die Cybersicherheit. Dazu muss jeder seinen Beitrag leisten. Transparenz und die Einhaltung ethischer Grundsätze erlauben uns allen, nicht nur Risiken zu sehen, sondern auch die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Dazu will ich beitragen.

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