Bezos gegen Trump

Update: Rückschlag für Amazon im Streit um JEDI-Projekt des Pentagon

Uhr | Aktualisiert

Amazon muss im Streit um den JEDI-Grossauftrag des Pentagons einen Rückschlag einstecken. Die interne Kontrollbehörde des Pentagons fand keine formellen Fehler bei der Auftragsvergabe. Der einer politischen Einflussnahme ist allerdings nicht vom Tisch.

Amazon-CEO Jeff Bezos. (Source: Seattle City Council/commons.wikimedia.org/CC BY 2.0)
Amazon-CEO Jeff Bezos. (Source: Seattle City Council/commons.wikimedia.org/CC BY 2.0)

Update vom 17. April 2020: Amazon hat im Streit um den Pentagon-Grossauftrag unter dem Codenamen "JEDI" einen Rückschlag erlitten. Die interne Kontrollbehörde des Pentagons habe keine formellen Fehler bei der Auftragsvergabe festgestellt, berichtet "Channelobserver". Allerdings habe die Behörde festgestellt, dass der Vorwurf einer politischen Einflussnahme nicht abschliessend geprüft werden konnte. Und zwar deswegen, weil das Weisse Haus nicht kooperiert habe – unter Berufung auf Geheimhaltungsprivilegien des Präsidenten. Amazon ist der Ansicht, den Auftrag im Wert von rund 10 Milliarden US-Dollar wegen unzulässigen Drucks von US-Präsident Donald Trump nicht bekommen zu haben.

Update vom 12. Februar 2020: Microsoft muss JEDI-Projekt vorerst stoppen, Amazon setzt sich durch

Amazon stoppt das JEDI-Grossprojekt - fürs Erste. Wie "Futurezone" berichtet, erwirkte der Onlinehändler eine einstweilige Verfügung gegen Microsoft. Eine Bundesrichterin habe am Donnerstag einem Antrag von Amazon stattgegeben, Microsoft müsse seine Arbeit am 10-Milliarden-US-Dollar-Projekt zur Modernisierung der IT des Pentagons vorläufig einstellen.

Amazon hatte gegen die Vergabe im vergangenen November Klage eingereicht. Das Unternehmen sei der Ansicht, die Cloud-Plattform Amazon Web Services (AWS) habe den Zuschlag nur aufgrund direkten Drucks von Präsident Donald Trump nicht erhalten. Hintergrund des Ganzen bildet eine persönliche Fehde zwischen Trump und Amazon-CEO Jeff Bezos.

AWS war laut Futurezone lange Favorit für den JEDI-Auftrag, ging am Ende aber leer aus. Amazon wolle die Vergabe nun erneut prüfen lassen und eine neue Entscheidung erwirken. Zuletzt forderten Bezos' Anwälte sogar, Trump müsse eine Aussage unter Eid leisten. "Es steht viel auf dem Spiel: Die Frage ist, ob es dem Präsidenten der Vereinigten Staaten erlaubt sein sollte, das Budget für seine persönlichen und politischen Ziele zu nutzen", zitiert Futurezone das Unternehmen.

Originalmeldung "Pentagon lässt Microsoft JEDI bauen für 10 Milliarden US-Dollar" vom 28. Oktober 2019:

Das Department of Defense, das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten (DoD), hat sich für Microsoft entschieden. Der Cloud-Auftrag hat ein Volumen von maximal 10 Milliarden US-Dollar. Dieser Höchstbetrag ist auf eine Laufzeit von 10 Jahren festgelegt, wie das DoD mitteilt.

Microsoft stelle dem DoD seit 40 Jahren Technologien zur Verfügung, zitiert CNBC.com einen Microsoft-Mediensprecher. Das Ziel der aktuellen Zusammenarbeit sei "der Einsatz der innovativsten und sichersten kommerziell erhältlichen Technologien, um die dringenden und kritischen Bedürfnisse der heutigen Streitkräfte zu erfüllen." Konkret geht es um Infrastructure- und Platform-as-a-Service-Angebote auf Enterprise-Level, wie es in der Mitteilung des DoD heisst.

Umstrittene Vergabe mit überraschenden Ende

Der Auftrag wurde als "JEDI Cloud Contract" ausgeschrieben und erweckte das Interesse von allen wichtigen Playern in der Branche. Die Abkürzung steht für Joint Enterprise Defense Infrastructure. Das DoD prüfte nach eigenen Angaben vier Angebote. Dabei handelte es sich um Amazon, Oracle, IBM und Microsoft.

Dass die Wahl schliesslich auf Microsoft fiel, sei – auch für Amazon selbst – eine Überraschung, berichtet die New York Times. Amazon sei der eigentliche Favorit gewesen. Das Unternehmen hatte zuvor bereits Cloud-Dienste für die CIA aufgebaut. Allerdings fing Donald Trump, der Präsident der Vereinigten Staaten, danach an, gegen Amazon-Chef Jeff Bezos und die Washington Post, die Bezos gehört, zu wettern.

Google war von sich aus bereits zuvor ausgestiegen, wie Handelsblatt.com berichtet. Es sei nicht sicher, ob das Projekt in Einklang mit den eigenen Regeln für künstliche Intelligenz stehe.

Microsoft hat vergangene Woche eine Partnerschaft mit SAP vereinbart. Der Deal soll SAP-Kunden die Migration auf S/4 Hana erleichtern. Für den Walldorfer ERP-Hersteller bedeutet die Vereinbarung auch zusätzliches Neugeschäft, wie Sie hier nachlesen können.

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