Zürcher Finanzdirektion reagiert auf Start-up-Bedürfnisse
Start-ups unterscheiden sich von etablierten KMUs durch ihre hohe Dynamik und die besondere Bedeutung, die Eigenkapital spielt. Die Besteuerung sollte diesen Unterschieden Rechnung tragen. Ein gutes Beispiel liefert die Zürcher Finanzdirektion. Sie wird in Zukunft dynamische Anpassungen bei den Beteiligungsverhältnissen der Start-up-Gründer akzeptieren.
Die Löhne von Start-up-Gründern sind in der Regel niedrig. Stattdessen spielen die Aktien des Unternehmens eine grosse Rolle. In Teams mit mehreren Gründern sind indes nicht immer alle Gründer gleich stark am Aufbau des Unternehmens beteiligt. Werden die Aktienanteile nicht entsprechend angepasst, kann dies schnell zu Streit unter den Gründern führen. Um diese Herausforderung anzugehen, eignen sich dynamische Aktienaufteilung. Bei der so genannten Slicing-Pie-Methode wird im vornherein eine Formel festgelegt, nach der die Beteiligungsverhältnisse im Unternehmen gemäss dem Markt der Beiträge der Gründer laufend angepasst werden.
Der Zürcher Finanzdirektor Ernst Stocker und die Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh haben zusammen mit Vertretern des Steueramtes und des Amtes für Wirtschaft und Arbeit unlängst eine Vertretung der Start-ups empfangen. Dabei ging es um steuerliche Hindernisse bei den "Dynamic Equity Splits". "Das kantonale Steueramt steht dieser sachlich überzeugenden Methode positiv gegenüber und wird sie akzeptieren", heisst es nun in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Finanzdirektion und der Volkswirtschaftsdirektion. Aus Gründen der Rechtssicherheit wird, so ein Fazit der Kontaktnahme, aber empfohlen, beabsichtigte "Dynamic Equity Splits" durch das kantonale Steueramt vorgängig prüfen zu lassen.
Die Vertreterinnen und Vertreter der Start-ups erachten das Resultat des Treffens als wichtige Erleichterung und als förderliche Massnahme für den Start-up-Standort Zürich. "Es ist erfreulich, dass die politische Führung und das Kantonale Steueramt Zürich wichtige Erleichterungen und Massnahmen für den Start-up-Standort Zürich unterstützen", heisst es etwa in einer Medienmitteilung von Cofounding, einer auf Gründungen spezialisierten Unternehmensberatung. Cofounding koordiniert die Entwicklung standardisierter Rechts- und Steuerlösungen für die Slicing-Pie-Methode.
Mike Moyer, der in den USA ansässige Erfinder des Slicing-Pie-Modells, wird ebenfalls in der Medienmitteilung zitiert: "Slicing Pie wird von tausenden von Unternehmen auf der ganzen Welt verwendet und die meisten Länder fördern Fairness. Es ist immer gut zu überprüfen, ob das Modell nicht im Widerspruch zu den lokalen Steuerregeln steht oder negative steuerliche Konsequenzen für Gründer hat, die sich für dieses Modell entschieden haben. Alle Beteiligten verdienen einen fairen Anteil am Erfolg des Start-ups, auch der Staat!"
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