Onlineshop? Nein danke!

Schweizer Ladenbesitzer sperren sich gegen E-Commerce

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Fast 3000 Schweizer Geschäfte haben 2019 ihre Türen geschlossen. Trotz E-Commerce-Boom bietet ein Grossteil der hiesigen Ladenbesitzer ihre Waren nicht im Internet an. Warum das so ist, zeigt eine Studie von Localsearch.

(Source: jonasginter / Fotolia.com)
(Source: jonasginter / Fotolia.com)

Schweizer Konsumenten gehören nach Kunden aus dem Vereinigten Königreich zu den fleissigsten Online-Einkäufern Europas. Trotzdem setzen hierzulande 69 Prozent aller Ladenbesitzer komplett auf den stationären Verkauf. Lediglich jeder vierte Händler (23 Prozent) bietet seine Ware auch online an. 8 Prozent der hiesigen Händler verkaufen nur noch übers Internet. Das geht aus einer Studie hervor, die das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von Localsearch durchführte. Im Rahmen der Studie wurden 333 Einzelhändler aus der Schweiz befragt.

Laut Localsearch gingen im Jahr 2019 fast 3000 Geschäfte zu. Die Schuld beziehungsweise Mitschuld dafür sehen 73 Prozent der Befragten beim E-Commerce. Ganz abgeschrieben haben die hiesigen Händler das stationäre Geschäft aber nicht: 62 Prozent sind der Ansicht, dass der klassische Einkaufsbummel kein Auslaufmodell ist. 68 Prozent gaben an, dass mit dem Onlinehandel der Konkurrenzdruck in Zukunft noch steigen wird. Der Ansicht, dass der Onlinemarkt künftig von internationalen Anbietern dominiert und das Geschäft dadurch für kleine Anbieter schwierig bis unmöglich wird, sind 45 Prozent.

(Source: Localsearch)

Ladenbesitzer fürchten, den Kontakt zu den Kunden zu verlieren

Als Grund, weshalb sie trotz E-Commerce-Boom und Lädelisterben ihre Waren nicht übers Internet anbieten, nannten 65 Prozent der Befragten, dass sie daran zweifelten, dass ihre Kunden überhaupt online shoppen wollten. 70 Prozent sind der Ansicht, dass ihre Beziehung zu den Kunden so stark ist, dass sie auf einen Onlineshop verzichten können. Dass der persönliche Kontakt zu ihren Kunden verloren gehen könnte, nannten 62 Prozent als Verzichtgrund. 59 Prozent sind der Ansicht, dass sich ihr Produkt nur schwer übers Internet verkaufen lässt und 40 Prozent halten den Betrieb eines Onlineshops für zu aufwändig.

(Source: Localsearch)

In der Studie wurden auch die Händler, die ihre Waren online und stationär anbieten, nach ihren Beweggründen gefragt. 86 Prozent sehen einen Vorteil darin, dass der Onlineshop stets geöffnet ist. 75 Prozent sind davon überzeugt, dass sich Konsumenten immer häufiger auf Facebook und Instagram über Produkte informieren. Das spricht laut Localsearch ebenfalls für einen Onlineshop. Der Ansicht, dass man online grundsätzlich mehr Kunden erreicht, sind 69 Prozent. Vom E-Commerce-Boom profitieren wollen 60 Prozent.

Das stationäre Geschäft bringt immer noch mehr Umsatz

Bei Ladenbesitzern, die ihre Waren sowohl online als auch im stationären Verkauf anbieten, dominiert umsatztechnisch nach wie vor der Verkauf über die Ladentheke. 82 Prozent des Umsatzes generieren diese Händler über den stationären Handel. Die restlichen 18 Prozent stammen aus dem Onlineverkauf. Nur 11 Prozent der Befragten gaben an, dass bei ihnen mindestens die Hälfte des Umsatzes online realisiert wird.

In der Schweiz liegt der Anteil von E-Commerce am gesamten Detailhandelsumsatz gemäss einer Studie von GfK und dem Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) bei 9,9 Prozent. Von 2018 auf 2019 nahm der im Onlinehandel generierte Umsatz um 10 Prozent zu. Weltweit betrug die Zunahme 28 Prozent.

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