Kolumne: Digitale Transformation der IT

Ist der KTLO-Faktor auf Ihrem Dashboard?

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(Source: zVg)
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Wieviel Geld gib Ihr Unternehmen für die IT aus, nur um den Laden am Laufen zu? Wie viel vom IT-Budget gehen weg für Service- und Wartungsverträge, Lifecycle-Projekte, Betrieb und Support, ohne dass etwas Neues für das Business geschaffen wurde? Wie viel vom Budget steht für echte Innovationen und die dringend anstehende digitale Transformation tatsächlich zur Verfügung? Dieser sogenannte KTLO-, Keep-The-Light-On-Faktor steht in vielen Organisationen bei 70:30 oder gar 80:20. 70 bis 80 Prozent des IT-Budget gehen also flöten, nur um das Bestehende irgendwie aufrecht zu erhalten. Da bleibt nicht gerade viel, um Neues zu kreieren.

Dass Betrieb und Unterhalt der IT aufwendig ist und in Projekten oft unterschätzt werden, ist eine alte Weisheit. Wieso für IT-Infrastrukturen und Applikationen nach deren bereits kostspieligen Beschaffungen in den Projekten noch dermassen hohe Folgekosten auf Jahre hinaus binden, ist für das Business schwer verdaubare Kost. Mehr noch: sobald Probleme im produktiven Betrieb auftreten und fehlgeschlagene Änderungen gefixt werden müssen, stehen Projekte still, weil der Betrieb nun mal vorgeht. Der Budgetmechanismus in IT-Organisationen sieht nicht mehr Geld vor, nur weil es für Reparaturen anstelle Innovationen ausgegeben wird. Dann werden Projekte halt verschoben. Einen Return on Investment für diese Gelder lässt sich nur mit viel Fantasie vermitteln.

Aus Sicht der IT spielt es vielleicht keine Rolle, wofür das Geld ausgegeben wird. Der Lohn bleibt gleich, ob am KTLO oder an innovativen Projekten gearbeitet wird. Und KTLO-Gelder werden in der Regel auch nicht hinterfragt, weil niemand wagt, den Strom in der Fabrik einfach abzustellen und den Betrieb zu gefährden. Die heldenhaften Einsätze, um IT-Feuer in Unzeiten zu löschen wird zwar von allen - wenn auch kurzfristig – immer geschätzt. Wenn die IT-Organisation aber nur noch zur Selbsterhaltung bestimmt ist, muss man sich nicht wundern, dass sie als zu reaktiv, inkonsistent, inkompetent und unzuverlässig wahrgenommen wird.

Aber für Unternehmen, welche sich erneuern müssen, ist dies ein unhaltbarer Zustand. IT-Organisationen müssen ihre IT-Verteidigungs-Strategie über Bord werfen und ein völlig neues Betriebsmodell ins Auge fassen. Es muss erlaubt werden, bestehende Legacy-Systeme und deren Wertbeitrag im Unternehmen zu hinterfragen. Altlasten müssen abgeschrieben werden können, egal wie hoch diese noch in den Büchern stehen. Nur wenn es gelingt, den echten Mehrwert jeder einzelnen Investition transparent zu machen, hat sie eine Budget-Berechtigung. IT-Organisationen müssen alles daransetzen, den KTLO-Faktor umzudrehen auf mindesten 30:70. Nur so kann sie die ersehnte Agilität entfalten und auf verändernde Geschäftsanforderungen aktiv mitgestalten.

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