Unabhängig von Vorurteilen

Walliser Forscher arbeiten an unvoreingenommener Gesichtserkennung

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von Yannick Chavanne und Übersetzung: Milena Kälin

In Martigny arbeitet das Institut Idiap an der Entwicklung von Algorithmen zur Gesichtserkennung. Diese sollen unabhängig von ethnischen oder geschlechtsspezifischen Merkmalen wirksam sein.

Sébastien Marcel, Leiter der Forschungsgruppe von Idiap, informiert über das neue Projekt. (Source: Idiap)
Sébastien Marcel, Leiter der Forschungsgruppe von Idiap, informiert über das neue Projekt. (Source: Idiap)

Das Institut Idiap in Martigny investiert in die Entwicklung eines unvoreingenommenen Gesichtserkennungssystems. Gemäss Mitteilung ist dieses Projekt Teil einer Partnerschaft mit einem unbekannte Unternehmen, welches in der Sicherheit tätig ist. Gemeinsam möchten sie Algorithmen entwickeln, die Gesichter unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft oder ihrem Geschlecht erkennen. Dafür sei es notwendig, die Algorithmen anhand einer repräsentativen Bilddatenbank zu schulen. Für diese Bilddatenbank forderte Idiap etwa 15 seiner Studenten auf, mehrere Millionen Bilder zu beschriften. Die Studenten sollen so Metadaten generieren, erklärte Sébastien Marcel, Leiter der Forschungsgruppe, der Redaktion.

Ziel sei es, eine repräsentative Datenbank zusammenzustellen. Diese Datenbank soll eine ausgewogene Anzahl an Bildern von Gesichtern mit verschiedenen Attributen (männlich oder weiblich, farbig oder kaukasisch und so weiter) beinhalten. "Mit Hilfe dieser Datenbank werden wir entweder Algorithmen erstellen oder die Verzerrungen bestehender Modelle korrigieren", fügte Marcel hinzu.

Die interne Erstellung dieser Datenbank hat mehrere Vorteile. Da das Projekt mit einem Industriepartner durchgeführt wird, können die Daten aus Sicherheitsgründen nicht nach aussen weitergegeben werden. "Wenn wir diese Arbeit selbst erledigen, können wir auch die Qualität unserer Datenbank schneller überprüfen", sagte der Leiter der Forschungsgruppe.

In den USA hat die Forschungsgruppe des SAND Lab an der Universität Chicago einen Algorithmus entwickelt, der Gesichtserkennung unmöglich macht. Der Verzerrungs- oder Cloaking-Algorithmus nimmt minimale Änderungen an der Pixelebene vor, die ein menschlicher Betrachter nicht bemerkt. Der Name des Algorithmus und der dazugehörigen Software ist Fawkes. Grund für die Benennung sind die von Anonymous-Aktivisten getragenen Guy-Fawkes-Masken.

Auch Microsoft hat ethische Bedenken bezüglich der Gesichtserkennung. Im Sommer entzog das Unternehmen deshalb der US-Polizei die Lizenz zur Gesichtserkennung. Hier erfahren Sie mehr darüber.

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DPF8_185998

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