Das Homeoffice - Symbol der Coronakrise

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von Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer MSM Research AG

Die befürchtete zweite Welle der Coronapandemie ist da und wieder werden Massnahmen diskutiert und auch bereits ­umgesetzt. Es werden kaum die letzten Massnahmen sein, die unser gewohntes Leben und Schaffen beschwerlicher ­gestalten. Der Begriff "zweite Welle" greift deshalb vielleicht zu kurz. Ich glaube, wir werden mit einer "Dauerwelle" konfrontiert sein.

(Source: Miklós Klaus Rózsa)
(Source: Miklós Klaus Rózsa)

Wie lange der Corona-Einfluss noch anhalten wird, lässt sich heute noch nicht vorhersagen. Auch wenn die vertikalen Märkte, das heisst die einzelnen Branchen in der Krise einen unterschiedlichen Verlauf verzeichnen, so haben die wirtschaftlichen Folgen des Virus so manches Unternehmen in eine existenzielle Krise gebracht. Die meisten Unternehmen haben vom Autopiloten auf Sichtflug geschaltet und auf eine von Kurzfristigkeit geprägte Handlungsweise. Ein Teil davon befindet sich mittlerweile im Blindflug und steht aktuell vor immensen Herausforderungen. Die grosse Planungsunsicherheit bleibt.

Eines der stärksten Symbole der Krise ist zweifelsohne das Homeoffice. Obwohl mancher Mitarbeiter oder manche Mitarbeiterin in den Unternehmen bis heute das gewohnte Arbeiten im Homeoffice nicht aufgegeben hat und mittlerweile im Umgang mit digitalen Tools sicherer agiert, so werden sich viele zum zweiten Mal daran gewöhnen müssen, kleinere Kreise zu ziehen.

Gemäss unseren Studien vom April und Mai haben im Rahmen der ersten Welle im Frühjahr 2020 rund 80 Prozent der Unternehmen für ihre Mitarbeitenden Home­office angeordnet. Dieser Wert wird beim anstehenden Massnahmenpaket der Unternehmen sicherlich nicht unterschritten werden. 82 Prozent der im Rahmen unserer aktuellen Herbststudie befragten Unternehmen gaben zu Protokoll, dass sie grundsätzlich positive Erfahrungen mit Homeoffice gemacht haben. Die Isolierung der einzelnen Arbeitskräfte im Homeoffice hat allerdings auch dazu geführt, dass Abläufe und Geschäftsprozesse neu aufgesetzt werden mussten. So ist es nicht überraschend, dass gerade KMUs in entsprechende Lösungen investieren wollen. Jedes zweite der kleinen und mittleren Unternehmen plant, in den kommenden zwölf Monaten die Arbeitsplätze mit Dokumentmanagement-Systemen aufzurüsten.

Insgesamt hatten über 60 Prozent keine grossen Probleme bei der Umstellung, und jedes zweite Unternehmen vermeldet positive Erfahrungen und eine verbesserte Work-Life-Balance der Mitarbeitenden. So hat auch das anfänglich von starker Formalität geprägte Verhalten in der Kommunikation, insbesondere bei Videokonferenzen mit Kunden, Lieferanten und eigenen Teams, einer steigenden Professionalität und zunehmenden digitalen Empathie Platz gemacht.

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