Medienorientierung

KI für alle an der Ostschweizer Fachhochschule

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von Maximilian Schenner und lha

Die Studierenden und Dozierenden der Ostschweizer Fachhochschule (OST) erhalten als Teil der IT-Offensive des Kantons St. Gallen ein Institut für künstliche Intelligenz. Im Rahmen einer Medienorientierung stellten die Beteiligten das Projekt vor und zeigten Beispiele für die Anwendung von KI im Industrie- und Dienstleistungsbereich.

(Source: Freepik)
(Source: Freepik)

"Es soll keine Abgängerin und keinen Abgänger geben, die oder der nicht ein grundlegendes Verständnis von AI hat", sagte Guido Schuster, Direktor des neuen Interdisciplinary Center für AI (ICAI) an der Ostschweizer Fachhochschule (OST), im Rahmen einer Medienorientierung unter dem Titel "Artificial Intelligence für alle". Schuster war einer von drei Rednern, die auf der digital abgehaltenen Konferenz sprachen. Sie informierten die anwesenden Medienschaffenden über das neue Institut für künstliche Intelligenz an der OST. Eva Tschudi, Leiterin Kommunikation an der Fachhochschule, moderierte den Event.

"Meilenstein" des digitalen Wandels

Das Projekt findet im Rahmen der IT-Bildungsoffensive des Kantons St. Gallen statt. Diese solle bis 2026 zur Förderung des digitalen Wandels im Kanton beitragen. Stefan Kölliker, Regierungsrat und Vorsteher des Bildungsdepartments St. Gallen, und aus der Ferne zugeschalten, sprach von einem Meilenstein auf diesem Weg, der mit der Initiative der OST erzielt werde. Im Bezug auf künstliche Intelligenz habe sich in der Gesellschaft eine Euphorie entwickelt, sowie neue Möglichkeiten aufgetan. Die Bildungsoffensive wird mittels Sonderkredit in Höhe von 75 Millionen Franken finanziert. Ihr gehen unter anderem ein Kantonratsbeschluss sowie eine erfolgreiche Volksabstimmung aus dem Jahr 2019 voraus.

Stefan Kölliker, Regierungsrat und Vorsteher des Bildungsdepartments St. Gallen. (Source: Kanton St. Gallen)

KI als Teil der Allgemeinbildung

Im Anschluss sprach der Rektor der OST, Daniel Seelhofer. Seiner Meinung nach solle künstliche Intelligenz zur Allgemeinbildung der Studierenden gehören – "genauso wie zum Beispiel Englisch, betriebswissenschaftliches Grundwissen oder Rechtsgrundlagen." Er fuhr fort: "Wir wollen neue Türen für AI-Anwendungen in der Ostschweizer Wirtschaft und Gesellschaft öffnen." Damit wolle die OST auch der Fachkräfteabwanderung aus der Region entgegenwirken. Die vier grundsätzlichen Stossrichtungen der OST in den nächsten Jahren seien "Profilbildung, Wachstum, Optimierung der Mittelflüsse und die Steigerung der operativen Effizienz", sagte Seelhofer.

Daniel Seelhofer, Rektor OST (Source: sg.ch)

Seinen Worten folgte ein Beispielvideo für den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Kosmetikproduktion.

Fahrrad für den Geist

Guido Schuster, der zuletzt das Wort hatte, verglich die zukünftige Rolle von KI in der Gesellschaft mit der des elektrischen Stroms. Wenn in Zukunft die KI ausfiele, wäre dies dem Ausmass eines Stromausfalls gleichzusetzen, prognostizierte Schuster und sprach in Bezug auf künstliche Intelligenz von "Quantensprüngen" der Gesellschaft. Auch in weiterer Folge sparte er nicht mit Vergleichen. KI sei für den Geist etwa, was das Velo für den Körper ist: "Mit demselben Aufwand komme ich viel weiter."

Guido Schuster, Direktor Interdisciplinary Center für AI (ICAI) (Source: OST)

Schuster ist Direktor des neuen interdisziplinären Kompetenzzentrums für AI (ICAI) and der OST. Dieses sei eine "niederschwellige Anlaufstelle für alle Interessierten aus der Bevölkerung, Wirtschaft und Industrie, die Lösungen durch AI suchen." Wie auch Kölliker sprach Schuster davon, künstliche Intelligenz in den Unterricht sämtlicher Studienrichtungen zu integrieren.

Um dies zu veranschaulichen, demonstrierte er gemeinsam mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter den potenziellen Einsatz von KI in der Physiotherapie. Die Maschine simulierte Bewegungsmuster und verglich sie mit denen des "Patienten", um darin etwaige Fehler zu erkennen.

Die OST treibt auch in anderen Bereichen die Digitalisierung des Unterrichts voran. In der "Lernfabrik" kommen die Teilnehmer mit realen Beispielen der Industrie 4.0 in Kontakt. Hier lesen Sie mehr.

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