Polizeiliche Kriminalstatistik

Im Cyberraum wird betrogen, was das Zeug hält

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von René Jaun und jor

Erstmals veröffentlicht das Bundesamt für Statistik Zahlen zu digitalen Straftaten. Im Jahr 2020 gab es mehr als 24'000 davon, und mehr als zwei Drittel von ihnen fallen in die Kategorie Cyberbetrug.

(Source: Feng Yu / Fotolia.com)
(Source: Feng Yu / Fotolia.com)

Wie oft wird in der Schweiz jemand über den digitalen Tisch gezogen? Erstmals hat das Bundesamt für Statistik (BFS) in seiner polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) Zahlen veröffentlicht, die diese Frage beantworten können. Im Jahr 2020 wurden demnach insgesamt 24'398 sogenannte Straftaten mit einer digitalen Komponente registriert. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wurden 32'819 Einbruch- und Einschleich-Diebstähle gezählt, wie das BFS mitteilt.

Mehr als 16'000 Cyber-Betrugsfälle

Die mehr als 24'000 digitalen Straftaten verteilen sich gemäss BFS auf drei Bereiche. Cyber-Rufschädigung und unlauteres Verhalten (5,1 Prozent), Cyber-Sexualdelikte (10,7 Prozent) und – als Bereich mit dem höchsten Anteil – Cyber-Wirtschaftskriminalität (84,2 Prozent).

Noch genauer aufgeschlüsselt, fällt die Mehrheit der digitalen Straftaten in die Kategorie Cyber-Betrug aus dem Bereich Cyber-Wirtschaftskriminalität. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 16'395 Fälle dieser Kategorie zugeordnet, also mehr als zwei Drittel aller erfasster digitaler Straftaten. Sie umfassen unter anderem betrügerische Machenschaften in Zusammenhang mit Onlineshops, Immobilienanzeigen oder Vortäuschen einer Liebesbeziehung.

Vergleichsweise wenig juristische Personen unter den Geschädigten

Einige der Widerhandlungen werden laut BFS überwiegend digital verübt. So weisen etwa 82,7 Prozent der Tatbestände Datenbeschädigung ein Cyber-Tatvorgehen auf. Bei Pornografie haben 81,3 Prozent der registrierten Straftaten eine digitale Komponente, bei Geldwäscherei sind es 79,3 Prozent und bei Betrug noch 70,4 Prozent.

In Zusammenhang mit digitalen Straftaten seien 15'714 Geschädigte registriert worden. 8056 davon waren Männer (58 Prozent), 5822 Frauen (42 Prozent) und 1834 juristische Personen. Das BFS weist in der Mitteilung darauf hin, dass diese Zahlen nur die der Polizei bekannten Straftaten umfassen.

2020 registrierte geschädigte Personen im Bereich digitaler Kriminalität, hier nach Altersgruppen. (Source: BFS)

Zahlen zu digitalen Straftaten erfassten bislang einzelne Kantone. Im Kanton Wallis kam es etwa vergangenes Jahr zu 650 Straftaten im Bereich der Internetkriminalität. Das Kantonsparlament bewilligte der Polizei unlängst, eine Abteilung zur Bekämpfung von Cyberkriminalität zu schaffen.

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