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Der ICT-Markt 2021 – die neue Normalität muss man lernen

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Es wird auch 2021 noch nicht alles wie gewohnt laufen. Die Coronakrise hat einen langen Bremsweg. Noch ist eine Menge Sand im Getriebe der Märkte. Und trotzdem wird sich das Business im laufenden Jahr gegenüber 2020 um einiges verändert präsentieren.

Solche ICT-Events dürfte es in unmittelbarer Zukunft nicht geben. (Source: Markus Senn)
Solche ICT-Events dürfte es in unmittelbarer Zukunft nicht geben. (Source: Markus Senn)

Nach der Schockstarre im Frühjahr 2020 und einem längeren Blindflug haben zahlreiche Unternehmen mittlerweile wieder in die Spur und in den Sichtflugmodus gefunden. Nicht zuletzt aufgrund einer hohen Resilienz und einer agilen und flexiblen Verhaltensweise auch mit Blick auf den Technologieeinsatz. Resilienz (der Begriff stammt aus der Physik) bedeutet, nach nicht beeinflussbaren Einwirkungen von aussen wieder in die gewohnte Form zurückzufinden. Unternehmen kehren nun wieder in den Normalmodus zurück – mit Blick auf den Impact der Pandemie auf das Business und die wirtschaftliche Entwicklung. Auch wenn dieses Normal ein neues Normal sein wird. Die neue Normalität will erst mal gelernt sein.

Auf die Coronakrise und den dadurch erfolgten einschränkenden Massnahmen reagierten viele Unternehmen mit Projektstopps, Ausgabenkürzungen oder Streichung von geplanten Vorhaben auch im ICT-Bereich. Dies mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Entwicklung von einzelnen Marktsegmenten. Während reine Infrastrukturprojekte gestoppt oder verschoben wurden, haben die Ausgaben für Lösungen in den Bereichen Workplace (Fokus Homeoffice), Zusammenarbeit (Geschäftsprozesse) und Kommunikation (Videoconferencing) überdurchschnittlich zugelegt. So sind die Cloud-Services und auch die ICT-Sicherheit vom allgemeinen Negativsog nicht nur verschont geblieben, sondern sie haben ebenfalls deutlich zugelegt. Dieser Trend wird sich im laufenden Jahr fortsetzen und auch 2020 in Mitleidenschaft gezogene Bereiche zurück auf Wachstumskurs bringen.

Prognosen gleichen einem Soufflé

Allerdings lässt sich mit Blick auf 2021 vor allem eines zum Ausdruck bringen: Prognosen zu erarbeiten, ist bedingt durch die volatile Verfassung der Märkte und unsicheren Wirtschaftsaussichten herausfordernder und komplexer geworden. Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass Prognosen zur wirtschaftlichen oder auch pandemischen Entwicklung einem Soufflé gleichen. Der kleinste Einflussfaktor respektive kurzfristige Veränderungen liessen Prognosen in sich zusammenfallen.

Derzeit arbeiten wir an der Weiterentwicklung unseres Frühjahrsmodells mit drei unterschiedlichen Szenarien, immer unter Berücksichtigung einer entsprechenden Risiken- und Chancen-Perspektive. Während wir mit Blick auf 2020 mit einem Rückgang der ICT-Ausgaben im Schweizer ICT-Markt (B2B) um 2,9 Prozent rechnen, gehen wir im laufenden Jahr von einem markanten Plus von 4,7 Prozent aus. Dies entspricht einem Anstieg der Ausgaben für ICT-Hardware, Services und Lösungen um rund 850 Millionen Franken, nach einem Rückgang der Spendings 2020 um 550 Millionen Franken. Die Wachstumsdelle des vergangenen Jahres dürfte also 2021 mehr als wettgemacht werden.

Die Pandemie als Katalysator hat in vielen Bereichen die Digitalisierung schneller vorangebracht als alle anderen Einflussfaktoren zuvor. Die neue Normalität und Resilienz zu lernen, heisst aber auch, sich von alten Traditionen zu lösen und bestehende Businessmodelle zu konsolidieren. Angesagt ist eine mutige, agile Ausrichtung auf die neue Normalität der Zukunft.

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