Russland verbaut auch Schweizer Technik in seinen Waffen
In den Raketen, die Russland im Krieg gegen die Ukraine einsetzt, sind auch Tech-Komponenten aus der Schweiz verbaut. Mit Sanktionen und Ausfuhrkontrollen wollen westliche Länder dies verhindern. Erfolgreich sind sie damit nur zum Teil.
Eigentlich sollte Russland seine Waffen nicht mit Technologie westlicher Länder bauen können. Denn der Westen sorgt schon seit längerem mit strengen Sanktionen dafür, dass entsprechende Komponenten nicht nach Russland exportiert werden dürfen.
Tatsächlich aber setzt Russland in seinen Waffen auch Komponenten aus westlichen Ländern ein. So fanden etwa ukrainische Spezialisten in der von Russland verwendeten Rakete vom Typ Kh-101 16 Teile aus westlicher Produktion, darunter auch zwei des Schweizer Unternehmens STMicroelectronics, wie "Watson" unter Berufung auf die "Finantial Times" berichtet. Demnach setzte Russland einen Marschflugkörper dieses Typs im Juli 2024 etwa ein, um ein Kinderspital in Kiew anzugreifen.
Der "Financial Times" liegen auch Dokumente vor, die zeigen, wie Russland an die High-Tech-Bauteile aus westlicher Produktion gekommen ist. Demnach habe das Land die Teile über China importiert. Mit diesem Umweg über Drittländer könne Russland die Sanktionen umgehen.
Wirkungslos seien die Exportverbote und Ausfuhrkontrollen Seitens der Schweiz und anderer Länder jedoch nicht, erklärt Militärexperte Fabian Hoffmann vom Oslo Nuclear Project (ONP) gegenüber "SRF". "Mit dem Sanktionsregime hat der Westen erreicht, die Lieferketten für Hightech-Produkte nach Russland komplett zu unterbrechen. Russland muss diese Lieferketten erst wieder aufbauen." Diese neuen Lieferketten mit ihren Umwegen über Drittstaaten seien deutlich schwieriger und verursachten auch höhere Kosten. "Russland zahlt jetzt im Prinzip mehr Geld für längere Lieferzeiten und teilweise auch weniger hochwertige Produkte"; sagt Hoffmann.
Für Hersteller sei es nicht immer einfach, zu verstehen, wo ihre Komponenten schlussendlich landeten, räumt der Experte ein. "Allerdings denke ich, dass es durchaus in der Verantwortung der Lieferanten, aber auch des Staates ist, dass man schaut, wer die Endnutzer sind. Und das heisst dann durchaus auch, dass man hier und da jemand zurechtweist, der sich nicht an die Regeln hält."
Am 26. Juli begannen in Paris die Olympischen Sommerspiele 2024. Sicherheitsforschende von Withsecure warnen, dass prorussische Hacker die Spiele mit Cyberangriffen stören könnten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Sunrise-CEO warnt vor möglicher Handy-Knappheit
SCSD 2026: Ein Roboterhund, Silent-Konferenzen und 500 Portionen Currywurst
EFK kritisiert E-ID und empfiehlt Verschiebung des Starts
KI-Boom leert Festplattenlager
Bund will den Schutz von kritischen Infrastrukturen vorantreiben
Betrüger geben sich als Twint-Support aus
Wie man London kocht - Originalrezept von 1666
Einladung zum Webinar: So nutzen Unternehmen die E-ID sicher und effizient
Swisscom lanciert KI-Chatbot für KMUs