Darum verpuffen die Produktivitätsgewinne durch KI
Unternehmen schöpfen den Wert von künstlicher Intelligenz oft nicht aus, weil Mitarbeitende einen Grossteil der gewonnenen Zeit für Nachbesserungen aufwenden müssen. Eine neue globale Umfrage des ERP-Anbieters Workday zeigt, wie Produktivitätsgewinne durch ineffiziente Prozesse verloren gehen.
Die Nachbesserung minderwertiger KI-Ergebnisse frisst einen erheblichen Teil der durch Automatisierung gewonnenen Effizienz wieder auf. Obwohl künstliche Intelligenz die Produktivität steigert, geht ein bedeutender Anteil der eingesparten Zeit durch Fehlerkorrekturen und die Überprüfung von Inhalten wieder verloren. Zu diesem Schluss kommt eine globale Umfrage des Anbieters von ERP-Software Workday.
Die Erhebung zeigt für die Schweiz ein klares Bild: 71 Prozent der Mitarbeitenden fühlen sich durch den Einsatz von KI zwar produktiver, doch die Effizienz hat einen Haken. Über die Hälfte (54 Prozent) wendet wöchentlich ein bis zwei Stunden dafür auf, KI-generierte Inhalte zu korrigieren. Mehr als ein Drittel (44 Prozent) der Befragten hierzulande nutzt bereits KI-Tools im Arbeitsalltag.
Die Untersuchung deckt zudem auf, dass die durch KI freigesetzten Ressourcen oft nicht in die Belegschaft fliessen. Unternehmen investieren die Einsparungen eher in weitere Technologie (39 Prozent) als in die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden (30 Prozent). Oft erhöht sich für die Angestellten schlicht die Arbeitslast (32 Prozent), anstatt dass sie die gewonnene Zeit für den Kompetenzaufbau nutzen können.
Gleichzeitig klafft eine Lücke zwischen der Absicht des Managements und der Realität der Mitarbeitenden. Während 63 Prozent der Führungskräfte angeben, die Reinvestition in die Qualifizierung zu priorisieren, bestätigen nur 36 Prozent der Mitarbeitenden, dass sie tatsächlich von erweiterten Schulungsprogrammen profitiert haben.

Gerrit Kazmaier, President Product and Technology bei Workday. (Source: zVg)
"Zu viele KI-Tools verlagern die schwierigen Fragen zu Vertrauen, Genauigkeit und Wiederholbarkeit auf einzelne Benutzer", sagt Gerrit Kazmaier, President Product and Technology bei Workday. Laut Kazmaier sollte KI stattdessen die komplexe Arbeit im Hintergrund erledigen, damit sich die Menschen auf Aufgaben konzentrieren können, die Urteilsvermögen und Kreativität erfordern. Auf diese Weise könnten Organisationen KI-gestützte Geschwindigkeit in einen nachhaltigen Vorteil umwandeln.
Reinvestition in Menschen als Schlüssel
Die Umfrage zeigt auch, wie Vorreiter KI erfolgreicher einsetzen. Diese Unternehmen behandeln die eingesparte Zeit als strategische Ressource. Ihre Mitarbeitenden nutzen die gewonnene Zeit deutlich häufiger, um den Wert ihrer Arbeit zu steigern, etwa durch tiefere Analysen oder strategisches Denken (57 Prozent). Zudem haben diese Angestellten mit weitaus höherer Wahrscheinlichkeit an Qualifizierungsmassnahmen teilgenommen (79 Prozent). Erfolgreiche Organisationen investieren den Ergebnissen zufolge gezielt in die Weiterbildung ihrer Teams und stärken urteilsbasierte Tätigkeiten.
Für die globale Umfrage befragte die Marktforschungsfirma Hanover Research im Auftrag von Workday im November 2025 insgesamt 3200 Personen aus Nordamerika, dem Asien-Pazifik-Raum sowie Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Die Teilnehmenden waren laut Workday Vollzeitbeschäftigte in Organisationen mit einem Jahresumsatz von über 100 Millionen US-Dollar und aktive User von KI-Technologien.
Übrigens: Während Unternehmen noch mit den Tücken der KI kämpfen, können Angestellte bereits profitieren - wie Mitarbeitende durch KI-Kompetenzen ihren Aufstieg im Job beschleunigen, erfahren Sie hier.
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