SCSD 2026: Ein Roboterhund, Silent-Konferenzen und 500 Portionen Currywurst
Die Swiss Cyber Security Days haben am 17. und 18. Februar die Schweizer IT-Security-Branche zusammengebracht. Über 100 Aussteller zeigten in Bern, was sie zu bieten haben. Wie die Aussteller die Messe erlebten, sagen sie hier.
Am 17. und 18. Februar hat in der Bernexpo die siebte Ausgabe der Swiss Cyber Security Days (SCSD) stattgefunden. Schwerpunkt des Konferenzprogramms war die digitale Souveränität. Am ersten Tag ordnete etwa Bundeskanzler Viktor Rossi die Lage in der Verwaltung ein und Florian Schütz, Direktor des Bundesamts für Cybersicherheit, erklärte, wie man Souveränität in den Nischen schaffen kann.
Zu den SCSD gehört auch immer ein grosser Messebereich. Über 100 Aussteller zeigten den 2800 Besucherinnen und Besuchern (und einem Roboterhund, der durch die Gassen wanderte), was sie im Security-Bereich zu bieten haben.

Ein Roboterhund von Hornetsecurity patrouillierte die Gassen des Messebereichs. (Source: Netzmedien)
Ein- oder Zweitageskarten?
Die Messe profitierte in diesem Jahr von einem "extrem guten und spannenden Thema", sagte Daniel Schmutz, Head of Partner Management & Marketing bei Adnovum. "Das Glück, ein Thema zu haben, das jedem gerade durch den Kopf geht, hat man nicht immer." Adnovum fokussierte sich dabei gemäss Schmutz auf die E-ID. Mit dieser könne man gut veranschaulichen, was das Thema digitale Souveränität für jeden einzelnen heisst.
Schmutz begrüsste am Anlass, dass es keine richtigen Pausen im Konferenzprogramm gebe. Die Gäste mussten ihre eigenen Pausen einplanen, immer dann, wenn für sie keine relevanten Inhalte laufen. Für die Aussteller hiess dies, dass es immer einen Besucherstrom an den Ständen gab und sich dieser nicht auf einzelne Zeitfenster beschränkte.

Daniel Schmutz, Head of Partner Management & Marketing bei Adnovum. (Source: Netzmedien)
Der erste Messetag fiel deutlich positiver aus, als Schmutz es erhofft hatte. Am zweiten Messetag knickten die Besucherzahlen allerdings etwas ein. Für ihn hängt das wohl damit zusammen, dass Aussteller ihren Kunden nur Tageskarten geben können. So kamen die meisten Kunden - wie seine ebenfalls - wohl nur am ersten Tag zur Messe. "Natürlich bestimmen aber auch die Inhalte des Konferenzprogramms, an welchem Tag man zur Messe geht", sagte er. Um eine höhere Besucherzahl zu erreichen, sei es "absolut kritisch", dass die Aussteller ihren Kunden Zweitageskarten offerieren könnten.
Ferner fielen ihm noch technische Probleme auf. So wurden beim Konferenzprogramm teilweise die falschen Namen dargestellt. Ausserdem sei das Programm auf der Website unübersichtlich - online werden manchmal die Namen abgeschnitten.
Eine neue Idee für Messezonen
Ebenfalls positiv überrascht war Thomas Grau, Head of Cyber Security Services bei Netrics. Obwohl am zweiten Tag etwas weniger los war, habe das Unternehmen insgesamt mehr Leads generiert, als Grau im Vorfeld gedacht hatte. "Wir hatten auch gute potenzielle Kunden am Stand", sagte er.

Das Team von Netrics an der SCSD 2026 - zweiter von links: Thomas Grau, Head of Cyber Security Services bei Netrics. (Source: Netzmedien)
Zum ersten Mal an den SCSD dabei war Glenfis. Das Unternehmen werde generell nicht mit IT-Security assoziiert - "und genau das bringt uns zur Messe", sagte Daniel Hubschmid, Head Glenfis Academy bei Glenfis, lachend. Der Auftritt an den SCSD 2026 sei ein Versuchsballon.
Das Unternehmen bietet Trainings in verschiedenen Security-Bereichen an. Hubschmied hob dabei hervor, dass Glenfis akkreditierter Trainingsprovider des Verbands ISACA ist - unter anderem für die Zertifikatskurse zum Certified Information Systems Auditor (CISA) und zum Certified Information Security Manager (CISM).

Daniel Hubschmid (links), Head Glenfis Academy, und Andre Tasca, CEO von Glenfis. (Source: Netzmedien)
Glenfis-CEO Andre Tasca lobte die Messe für ihre Grösse. Zudem begrüsste er den Besuchermix. Mit seinem Angebot richtet sich Glenfis mehr an die Second oder Third Line of Defense - also die Kontroll- und Überwachungsinstanzen beziehungsweise interne Audits. Zwar sieht Tasca den Fokus der Messe mehr auf dem Technik-Bereich, aber die Konferenz bringe auch viele CISOs zur Messe. Tasca schlug zudem vor, die Messe künftig gemäss dem "Three Lines Model" in Zonen einzuteilen.
Hubschmied lobte ebenfalls die Gestaltung des Messebereichs - vor allem, dass es auf dem Messegelände ebenfalls Bühnen mit einem Konferenzprogramm gab. "Das sorgt für Zirkulation an der Messe und so können auch die Gäste mit einem Expo-Ticket (ohne Konferenzprogramm) davon profitieren."
Stille Konferenzen auf dem Messegelände
Omicron ist schon seit Jahren immer an den SCSD dabei und hatte auch bereits den Stand für die nächste Ausgabe in 2027 gebucht. In diesem Jahr fehlten zwar ein paar grosse Namen auf der Ausstellerliste, wie Markus Pacher, der das Marketing bei Omicron verantwortet, erklärte. Er gab auch zu, dass er schon befürchtet hatte, dass sich dies negativ auf die Anzahl der Teilnehmenden auswirken könnte. Aber schon der erste Messetag hatte ihm gezeigt, dass dem nicht so war. Auch Omicron hatte einen guten Kontakt mit (potenziellen) Endkunden an der Messe.

Thomas Stutz (links), Verwaltungsratspräsident, und Markus Pacher, Marketing bei Omicron. (Source: Netzmedien)
Wie schon Hubschmied von Glenfis fand auch Packer lobende Worte für die Bühnen auf dem Messegelände: "Die Präsentationen waren gut besucht und sorgten so ebenfalls für zusätzliche Besucherinnen und Besucher", sagte er. Die Bühnen auf dem Messegelände waren übrigens Silent Conferences - die Teilnehmenden konnten den Vorträgen also mit Headsets lauschen und grosse, alles übertönende Lautsprecher waren nicht nötig. Auch hierfür war Pacher voll des Lobes.
500 Portionen Currywurst und 420 Liter Bier
Einer der grössten Stände an der Messe gehörte Hornetsecurity. Das Unternehmen hatte drei Goldpartner und einen Disti mit zur Messe genommen, wie Country Manager Roger Staub erzählte.
Staub freute sich vor allem über die Qualität der Gäste: "Man merkt wirklich, dass dies eine Fachmesse ist mit Fachbesucherinnen und -besuchern." Hier denke jeder schon über Security nach und folglich könne man mit jedem offen über das Thema sprechen. "Die Swiss Cyber Security Days bringen genau das, was sie im Namen versprechen." Natürlich dürfen es immer auch mehr Leads sein, fügte er scherzhaft hinzu. "Mit den Leads, die wir haben, können wir aber sicher arbeiten."

Roger Staub, Country Manager Schweiz bei Hornetsecurity. (Source: Netzmedien)
Hornetsecurity hatte nicht nur den grössten Stand, das Unternehmen brachte auch die Party zur Messe. Wie schon zuvor veranstaltete Hornetsecurity 2026 wieder den Networking-Anlass nach dem offiziellen Ende des ersten Messetags. Die Zahlen sprechen für sich: Insgesamt wurden 500 Portionen Currywurst und 420 Liter Bier konsumiert - von den 350 Gästen an der Party.
Staub lobte im Gespräch die Organisatoren der Messe und dass diese auf das Feedback der Aussteller hören. "Man sieht, dass die Messeleitung Anstrengungen unternimmt, um den zweiten Messetag für Besucherinnen und Besucher lukrativer zu machen." Die Messe sei auf einem guten Weg. Nun sei es wichtig, dass sie weiter entlang dieses Weges schreitet.
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