Microsoft will Apps durch KI-Agenten ablösen
Mit Project Solara stellt Microsoft die Weichen für neue Geräte, die sich vor allem per Sprache steuern lassen. Der Hersteller präsentierte zwei Prototypen für den professionellen Einsatz.
Microsoft hat Project Solara vorgestellt, eine Plattform für sogenannte "Agent-first"-Geräte. Im Zentrum stehen KI-Agenten statt klassischer Anwendungen. Der Konzern aus Redmond verfolgt die Vision einer neuen Gerätegeneration, bei der die Interaktion überwiegend über Sprache erfolgen soll. Microsoft greift damit eine Idee auf, die Bill Gates bereits vor Jahren skizziert hatte.
Steven Bathiche, Leiter der Applied Sciences Group bei Microsoft, beschreibt in einem ausführlichen Blogbeitrag das Ziel, mehrere KI-Agenten innerhalb derselben Umgebung zusammenarbeiten zu lassen. Gleichzeitig sollen Unternehmen die Kontrolle über Authentifizierung, Zugriffsrechte und Datenschutz behalten. Die Plattform setzt dafür auf adaptive Benutzeroberflächen, die Microsoft als "Just-in-Time UI" bezeichnet. Diese Oberflächen sollen auch mit KI-Agenten von Drittanbietern funktionieren.
Ein Agent soll seine Antworten je nach Gerät unterschiedlich darstellen können - etwa auf einem Smart Badge, einem Desktop-Terminal oder einem tragbaren Gerät. Entwicklerinnen und Entwickler müssten dafür nicht mehr für jede Geräteklasse eine eigene Benutzeroberfläche erstellen.
Ein Badge und ein Desktop-Terminal
Microsoft präsentierte zudem zwei Hardware-Konzepte. Das erste ist ein vernetztes Smart Badge mit Mikrofon, Kamera, biometrischen Funktionen und 5G-Anbindung. Es richtet sich laut Microsoft an Mitarbeitende im Aussendienst, Gesundheitsfachpersonen und andere mobile Berufsgruppen.
Beim zweiten Konzept handelt es sich um ein Desktop-Terminal, das entweder als Begleiter eines Windows-PCs oder als Windows-365-Client dienen soll.
Ob und wann aus den Konzepten marktreife Produkte entstehen, liess Microsoft offen. Mit Project Solara macht das Unternehmen jedoch deutlich, dass es langfristig auf KI-Agenten als zentrale Benutzerschnittstelle setzt - und klassische Apps zunehmend in den Hintergrund rücken sollen.
Anfang Juni stellte Microsoft übrigens sieben neue, intern entwickelte KI-Modelle vor - mehr dazu lesen Sie hier.
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