"Erfolgreich wird, wer KI in Kernprozessen einsetzt"
KI hat dem IT-Beratungs- und Projektgeschäft nochmals eine Schippe draufgelegt. Thomas Wüst, CEO und Gründer von TI&M, erklärt, warum nachhaltiger Erfolg jedoch weniger von der Technologie selbst als von der konsequenten Umsetzung abhängt.
Wo erzielen Unternehmen durch Digitalisierung derzeit den schnellsten und messbarsten Mehrwert?
Thomas Wüst: Hier hat sich, ehrlich gesagt, wenig verändert. Der Mehrwert entsteht immer noch dort, wo Klassisches konsequent umgesetzt wird: Automatisierung im Kundenservice und Support, und durchgängige digitale Prozesse ohne Medienbruch. Zentral bleiben individuelle Kundenschnittstellen und Selfservice: Die neue HSLU-Studie zu digitalem Banking zeigt einmal mehr, wie intuitives Mobile- und E-Banking, wie wir es mit TI&M-Banking bieten, die Kundenbindung erhöht. Neu hinzu kommen die datengetriebene Entscheidungsfähigkeit und der gezielte Einsatz generativer KI zur Effizienzsteigerung.
Wie hat KI die Erwartungen von Kunden an Technologiepartner wie TI&M verändert?
Das IT-Beratungs- und Projektgeschäft war schon immer schnell, KI hat dem nochmals ein paar Stundenkilometer hinzugefügt. Manche Kunden sehen KI als Allheilmittel, und tatsächlich lässt sich vieles damit schneller, besser und kreativer umsetzen. Langfristig erfolgreich werden aber jene Unternehmen sein, die KI datengetrieben und souverän – wo möglich Open Source – nicht nur auf Nebenschauplätzen, sondern in den Kernprozessen einsetzen. Am Ende braucht es nach wie vor erfahrene Engineers und Projektleiter mit echtem Domänen- und Tech-Know-how.
Woran scheitern Digitalisierungsprojekte heute am häufigsten?
Die Ursachen sind meist dieselben. Erstens der Faktor Mensch: fehlende soziale oder technische Fähigkeiten für grosse Vorhaben. Zweitens falsche Basisvoraussetzungen: Statt des Business Cases werden Technologie oder fromme Wünsche ins Zentrum gestellt, Key-Stakeholder werden nicht eingebunden oder eine mangelhafte User Experience lässt die Lösung beim Endkunden scheitern. Drittens: Change-Management und Agilität sind zu oft kein integraler Bestandteil der Projektkultur und der Methodik. Und nicht zuletzt ist Digitalisierung häufig ein Skalierungsthema, das sich nicht immer dezentral lösen lässt.
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