Studie von HSG und Zeag

Attraktive Arbeitgeber setzen auf eine menschenorientierte KI-Kultur

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von Tobias Seefeld und dwi

Unternehmen scheitern nicht am Umgang mit KI-Technologie, sondern an der Art und Weise, wie sie Mitarbeitende in ihre KI-Strategie einbinden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der HSG und des Zentrums für Arbeitgeberattraktivität. Demnach sind Unternehmen attraktiver, die im technologischen Wandel den Menschen nicht vergessen.

(Source: freepik / freepik.com)
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Künstliche Intelligenz ist mittlerweile für viele ein fester Bestandteil ihres Arbeitsalltags. Durch sie verändern sich nicht nur Arbeitsabläufe, sondern auch die Gründe, bei einem bestimmten Unternehmen zu arbeiten. In einem Trendbarometer erläutern die Universität St. Gallen (HSG) und das Zentrum für Arbeitgeberattraktivität (Zeag) ihre Erkenntnisse zu diesen Veränderungen. Für die Studie seien über 19'000 Mitarbeitende (davon 21 Prozent Führungskräfte) aus 94 deutschen Unternehmen befragt worden.

Laut den Ergebnissen gelten nur 34 Prozent der Unternehmen unter ihren Mitarbeitenden als attraktiv oder sehr attraktiv. Einer der wichtigsten Faktoren sei dabei die unternehmenseigene KI-Kultur, also "die Einstellungen, Verhaltensweisen und die Strategie eines Unternehmens, die eine Weiterentwicklung im Rahmen der KI-Transformation ermöglichen."

KI-Kultur als Chance

Die Studie beleuchtet drei Dimensionen, welche die KI-Kultur ausmachen. Ein digitales Mindset zeige sich in einem offenen und lernbereiten Umgang mit digitalen Veränderungen sowie darin, dass Mitarbeitende die Chance erhalten würden, digitale Kompetenzen aufzubauen. Die zweite Dimension sei die KI-Strategie, mit der ein Unternehmen seine Prioritäten in Bezug auf künstliche Intelligenz kommuniziere. Sie zeige den Mitarbeitenden, wie sich das Unternehmen im technologischen Wandel positioniere. 

Als dritte Dimension nennt die Studie die digitale Führung, also die Art und Weise, wie Führungskräfte die Digitalisierung vorantreiben und ihren Mitarbeitenden dadurch im digitalen Wandel Sicherheit bieten. Ein solcher Führungsstil sei erst in 12 Prozent der Unternehmen vorhanden, und auch bei den anderen beiden Dimensionen gebe es in vielen Unternehmen noch Verbesserungspotenzial.

Weitere Treiber für einen attraktiven Arbeitsplatz haben weniger mit KI zu tun, sind aber gemäss Studie mindestens genauso wichtig. Arbeitnehmende fänden diejenigen Unternehmen besonders attraktiv, in denen eine Vertrauenskultur herrsche und die eine angenehme und produktive Atmosphäre kultivieren würden.

Beschleunigung als Gefahr

Zu den wichtigsten Bremsern der Arbeitgeberattraktivität gehört laut Studie etwa eine korrosive Atmosphäre, die sich beispielsweise durch destruktives Verhalten und interne Machtkämpfe zeigt. Dies könne bei Mitarbeitenden zu resignativer Trägheit führen, wodurch sie bei der Arbeit frustriert seien und deshalb keinen inneren Antrieb hätten, die Unternehmensziele zu erreichen. 

Dazu tappen viele Unternehmen in die Beschleunigungsfalle, wie es in der Studie weiter heisst. Dies zeige sich an überlasteten Mitarbeitenden, die oftmals mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen hätten. Diesen Zustand könne KI noch verschlimmern, wenn die Anforderungen erhöht und gleichzeitig die personellen Ressourcen reduziert würden. So riskiere man, diejenigen Mitarbeitenden zu verlieren, die den technologischen Wandel mittragen müssten.

 

Die HSG untersuchte kürzlich in einer Studie auch, wie Unternehmen ihre KI-Technologie skalieren können, sodass sie Mehrwert schafft. Lesen Sie hier mehr dazu.

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