BCG-Umfrage

CEOs übernehmen die KI-Führung

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von Alexia Muanza und Übersetzung: Andreas Huber, nki, jor

CEOs sichern sich in grossen Organisationen zunehmend die Kontrolle über die künstliche Intelligenz. Laut einer BCG-Umfrage erhöhen Unternehmen ihre Investitionen weiterhin stark und setzen nun auf KI-Agenten, um ab 2026 konkrete Renditen zu erzielen.

(Source: Katemangostar / Magnific.com)
(Source: Katemangostar / Magnific.com)

CEOs übernehmen in grossen Organisationen zunehmend die Kontrolle über die künstliche Intelligenz. In ihrer Studie "AI Radar 2026" gibt die Boston Consulting Group (BCG) an, dass sich mittlerweile 72 Prozent der befragten CEOs als die Hauptentscheidungsträger ihres Unternehmens in Sachen KI sehen - doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. 

Die Umfrage stützt sich auf 2360 Befragte, darunter 640 CEOs aus 16 Märkten. Nach Angaben des Beratungsunternehmens lässt sich diese Entwicklung durch die bereichsübergreifenden Auswirkungen der KI auf Strategie, Betriebsabläufe, Personal, Risiken und Unternehmenskultur erklären. Fast zwei Drittel der befragten CEOs geben zudem an, dass die Beschleunigung von KI-Anwendungen zu ihren drei wichtigsten Prioritäten zählt. 

Dieses wachsende Engagement geht gemäss der Umfrage mit einem starken Anstieg der Investitionen einher. Die Ausgaben im Zusammenhang mit KI werden im Jahr 2026 voraussichtlich durchschnittlich 1,7 Prozent des Umsatzes der Organisationen erreichen. 2025 lag dieser Wert noch bei 0,8 Prozent, 2024 bei 0,6 Prozent. Technologieunternehmen planen, 2,1 Prozent ihrer Einnahmen dafür aufzuwenden, gefolgt von Finanzinstituten mit 2 Prozent. Industrie und Immobilienbranche dürften hingegen bei rund 0,8 Prozent stagnieren. Laut BCG betreffen diese Ausgaben nicht nur die Modelle und die Infrastruktur, sondern auch die Daten, die Architektur, externe Partner sowie die Weiterbildung. Trotz aller Unsicherheiten geben 94 Prozent der Organisationen an, ihre Investitionen auch dann fortsetzen zu wollen, wenn die Projekte in den nächsten zwölf Monaten nicht die erwarteten finanziellen Ergebnisse liefern.

Unternehmen steigern Investitionen in KI-Agenten

Dem Bericht zufolge geben 82 Prozent der CEOs an, dass sie heute zuversichtlicher sind als noch vor einem Jahr, was die Fähigkeit der KI betrifft, eine Kapitalrendite zu erzielen. Die Hälfte ist sogar der Ansicht, dass die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes von ihrer Fähigkeit abhängt, die KI-Strategie des Unternehmens erfolgreich umzusetzen. KI-Agenten stehen nun im Mittelpunkt der Erwartungen: Unternehmen würden bereits mehr als 30 Prozent der für dieses Jahr geplanten Investitionen in sie stecken. Etwa 90 Prozent der befragten CEOs sind gar der Ansicht, dass diese Systeme bereits ab 2026 einen messbaren Return on Investment (ROI) ermöglichen könnten. 

Als grösste Risiken nennen die Befragten nach wie vor Datenschutz und Cybersicherheit. Mehr als die Hälfte von ihnen führt diese beiden Aspekte an. Danach folgen mangelnde Kontrolle über die von der KI getroffenen Entscheidungen und regulatorische Herausforderungen. Die Studie verdeutlicht zudem eine Kluft zwischen den westlichen und den asiatischen Märkten. Europäische Führungskräfte zeigen sich deutlich zurückhaltender, was die Fähigkeit der KI zur Wertschöpfung angeht. In Europa glauben nur 52 Prozent der befragten CEOs, dass KI Früchte tragen wird, gegenüber 76 Prozent in Indien und 73 Prozent in China. 

Schliesslich unterscheidet BCG drei Führungsprofile im Umgang mit KI. Etwa 15 Prozent gehören demnach zu den "Followern" (Nachzüglern), die das Potenzial von KI zwar erkennen, aber vorsichtig vorgehen. BCG zählt rund 70 Prozent der Befragten zu den "Pragmatikern". Sie investieren vor allem in Anwendungsfälle, deren Nutzen und Risiken sie gut abschätzen können. Die sogenannten "Trailblazers" (Wegbereiter), die ebenfalls 15 Prozent ausmachen, zeichnen sich durch einen offensiveren Ansatz und einen breiteren Einsatz von agentischer KI aus. Laut BCG setzen diese agentische KI etwa doppelt so häufig durchgängig (End-to-End) ein wie die "Followers". Zudem widmen sie diesen Anwendungen fast 60 Prozent ihres KI-Budgets und haben bereits rund 70 Prozent ihrer Belegschaft im Bereich KI aus- oder weitergebildet. 

Für das Beratungshaus geht es also nicht mehr nur um Experimente. KI wird nun zu einem Thema der strategischen Transformation auf Unternehmensebene, das sowohl Investitionen als auch den Aufbau von Kompetenzen und die direkte Steuerung durch die Geschäftsleitung erfordert.

 

Laut einer Adecco-Umfrage haben Führungskräfte und Angestellte unterschiedliche Erwartungen an KI. Was sie unterscheidet, erfahren Sie hier

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