Kommando Cyber steigt aus Microsoft Office aus
Das Kommando Cyber will bis Oktober 2026 alle seine Mitarbeitenden mit Opendesk ausstatten. Dabei handelt es sich um eine Open-Source-Alternative zu Microsoft Office. Die Umstellung soll die Abhängigkeit vom US-amerikanischen Tech-Konzern verringern und so die digitale Souveränität fördern.
Das Kommando Cyber, die Cybersecurity-Abteilung der Schweizer Armee, will künftig nicht mehr mit Microsoft-Produkten arbeiten. Stattdessen sollen die Arbeitsplätze aller Angestellten bis spätestens Oktober 2026 mit der Open-Source-Lösung Opendesk ausgestattet sein, wie das Onlinemagazin "Republik" unter Berufung auf die Bundeskanzlei und das Kommando Cyber berichtet.
Grund für den Umstieg auf Open-Source-Software seien Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit Microsoft. Während Bundesbehörden ihre Daten bisher in eigenen Rechenzentren speichern konnten, zwingt der US-Tech-Konzern laut "Republik" nun alle Kundinnen und Kunden dazu, die Daten in der Cloud abzulegen. Damit unterlägen die Daten dem US-Cloud-Act, durch den sich die US-Regierung unter bestimmten Umständen Zugriff auf die Server US-amerikanischer Tech-Konzerne verschaffen kann. "Solange Unternehmen Gesetzen wie dem US-Cloud-Act unterliegen, sind sie für gewisse militärische Kontexte nicht mehr nutzbar", lässt sich Kommando-Cyber-Chef Simon Müller im Bericht zitieren.
Auch wirtschaftliche Gründe würden für eine Lösung wie Opendesk sprechen. So kann es laut Müller sein, "dass ein Hersteller eine super aggressive Lizenzstrategie fährt." Die Nutzung von Open-Source-Software könne verhindern, dass man solchen Preissteigerungen ausgesetzt sei.
Die Schweizer Armee soll jedoch nicht nur von Open-Source-Lösungen profitieren, sondern auch selber quelloffene Software entwickeln. So veröffentlichte das Kommando Cyber Anfang Juni 2026 die Vollversion seines Such- und Analysetools "Loom", wie Sie hier lesen können.
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