Verstoss gegen den Digital Services Act

EU-Kommission kritisiert suchtförderndes Design von Instagram und Facebook

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von Tobias Seefeld und jor

Die EU-Kommission verdächtigt Meta, gegen den Digital Services Act zu verstossen. In einem vorläufigen Entscheid kritisiert sie das Design von Instagram und Facebook, das User abhängig machen soll. Demnach müsste Meta strengere Massnahmen ergreifen, um Suchtgefährdete - insbesondere Minderjährige - zu schützen.

(Source: H_Ko / stock.adobe.com)
(Source: H_Ko / stock.adobe.com)

Gestützt auf den Digital Services Act übt die EU-Kommission Kritik an Metas Social-Media-Plattformen Instagram und Facebook. Sie stellt vorläufig fest, dass verschiedene Features der beiden Plattformen bei Usern zu Suchtverhalten führen können, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Erkenntnisse gehen auf eine zweijährige Untersuchung zurück.

Die Kommission kritisiert insbesondere, dass man auf den Plattformen unendlich weit scrollen kann und dass Videos automatisch abgespielt werden. Dadurch entstehe eine niemals endende Flut an Inhalten, die es Usern erschwere, sich von der Plattform loszureissen. Die Tatsache, dass die Inhalte per Algorithmus persönlich auf die User zugeschnitten sind, verschärft die Problematik gemäss Mitteilung zusätzlich.

Metas aktuelle Massnahmen zur Risikominderung seien indes zu wenig effektiv. So bieten die Plattformen zwar Möglichkeiten an, die Nutzungszeiten einzuschränken. Doch Nutzende könnten die entsprechenden Warnmeldungen einfach ignorieren, weshalb sie die Bildschirmzeit nicht spürbar verkürzten. Zudem gestalte Meta die Kontrollmechanismen für Eltern so komplex, dass viele sie nicht einsetzen. Nur wer ausreichend technische Expertise besitze und entsprechend Zeit investiere, könne die Funktion effektiv nutzen.

Die Kommission schlägt vor, dass Features wie "Infinite Scroll" und "Autoplay" standardmässig deaktiviert sein sollen. Zudem soll Meta Bildschirmzeitpausen implementieren und den Empfehlungsalgorithmus so anpassen, dass er weniger auf Interaktion ausgerichtet ist. Wenn der Konzern diesen Forderungen nicht nachkommt, kann die Kommission eine Busse in der Höhe von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens verhängen.

Meta weist die Vorwürfe zurück, wie "Reuters" berichtet. Man habe bereits ausreichende Schritte zur Suchtprävention unternommen, sagte ein Meta-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur. Dazu gehörten etwa "Teen Accounts", die es Eltern ermöglichen sollen, die tägliche Bildschirmzeit ihrer Kinder auf höchstens 15 Minuten zu reduzieren. Meta kündigte zudem an, mit der EU-Kommission weiter zusammenzuarbeiten.

 

Meta war kürzlich bereits in der Kritik der EU-Kommission. Sie hat angeordnet, dass der Konzern Whatsapp auch für KI-Anwendungen von Drittanbietern öffnen muss, wie Sie hier lesen können.

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