Messe von Brack Alltron

Selbstlernende KI-Roboter erobern die Connect 2026

Uhr
von Coen Kaat und tse

Ende August hat Brack Alltron seine Partner wieder zur Connect geladen. Die Messe des Handelsunternehmens und Distributors brachte rund 2000 Personen und einige humanoide Roboter zusammen. So zeigte etwa Agibot, was die KI-Roboter können.

Am 26. und 27. August 2026 hat das Logo von Brack Alltron die Halle 550 in Zürich-Oerlikon verziert. Dann fand nämlich die diesjährige Ausgabe der zweitägigen ICT-Fachmesse Connect statt. Rund 2000 Besucher und Besucherinnen kamen dafür nach Zürich. Rund 90 Aussteller präsentierten aktuelle Technologien und praxisnahe Lösungen rund um KI sowie Security, Cloud, Infrastruktur, Modern Workplace und weitere Zukunftsthemen.

Die Anzahl der Gäste und Aussteller ist somit deutlich höher als im Vorjahr: 2025 brachte die Connect 1600 Personen und 85 Aussteller in derselben Halle zusammen. Lesen Sie hier mehr zur Connect 2025.

(Source: Netzmedien)

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Das Thema KI war insbesondere in der Form von Physical AI sehr präsent an der Messe. So hatte etwa der chinesische Hersteller Agibot gleich mehrere seiner humanoiden KI-Roboter mitgebracht; diese tanzten etwa beim Empfang. Der Hersteller kündigte an der Messe einen exklusiven Distributionsvertrag mit Brack Alltron an. Und ferner rollten an der Connect 2026 auch Robotik-Lösungen von Pudu und No Isolation auf dem Messegelände herum. 

"Ich entwickle mich schnell fort"

Das Thema wurde im Vortragsprogramm der Connect ebenfalls aufgegriffen. So hielt etwa Yang Wang, General Manager der DACH-Region bei Agibot, eine der Keynotes. Mit ihm auf der Bühne standen zwei der humanoiden Roboter des Unternehmens: der Agibot A3 und der kleinere X2. 

Auf die Frage, was die Maschine alles kann, antwortete die KI-Stimme mit: "Ich kann Mahjong oder Poker. Aber ich warne Sie: Ich habe ein ausgezeichnetes Pokerface." Ferner könne der Roboter nach eigenen Angaben noch tanzen und Kung-Fu - was der Roboter prompt mit einem Sturz in einen Spagat demonstrierte, bevor die Maschine von alleine wieder aufstand. "Meine Ingenieure machen mich jeden Tag unabhängiger", sagte die von KI gelenkte Maschine. "Glauben Sie mir, ich entwickle mich schnell fort."

Yang Wang (links), General Manager der DACH-Region bei Agibot, und Andrea Savoca, Head of Business Unit ICT Solutions bei Brack Alltron. (Source: Netzmedien)

Yang Wang (links), General Manager der DACH-Region bei Agibot, und Andrea Savoca, Head of Business Unit ICT Solutions bei Brack Alltron. (Source: Netzmedien)

Ein Roboter, der den Spagat beherrscht, klingt für die meisten Unternehmen wohl noch nicht sehr sinnvoll. Aber gemäss Wang muss man diese selbstlernenden KI-Roboter wie Lehrlinge behandeln. "Man muss ihnen alles beibringen", sagte er. Wer derzeit einen Roboter für eine bestimmte Aufgabe brauche, könne diesen nicht einfach von der Stange kaufen. Stattdessen werde man es den KI-Maschinen beibringen können, indem man ihnen eine Fähigkeit nach der anderen vermittelt - "genauso wie bei einer Lehre".

Gegen Ende der Keynote gesellte sich auch Andrea Savoca, Head of Business Unit ICT Solutions bei Brack Alltron, zu Wang und seinen beiden Metallkollegen auf die Bühne. Roboter werden schon seit Jahrzehnten erforscht, betrieben und gehackt, sagte Savoca. "Und nun kommt KI - und wir reden deshalb von Embodied AI und Physical AI, weil das Hirn der Maschinen jetzt für uns Laien zugänglich wird." So könne man die Maschinen für gute oder auch für schlechte Zwecke einsetzen. "Es liegt an uns, dass wir diese Köpfe mit Kreativität, Liebe, Freude und Ideen füllen - und dass wir damit richtig viel Geld verdienen", sagte Savoca.

Das sagen die Aussteller

Der Messebereich der diesjährigen Connect legte einen guten Start hin, wie etwa der erste Eindruck von Stephan Amsler, Business Development Manager beim Speicherhersteller Kingston, zeigte. Wenige Stunden nach dem Start der Messe freute sich Amsler über den Besucherandrang am Stand sowie das professionelle Setup der Ausstellerstände. Die genormten Stände und die helle Halle machten die Connect zu einer schönen Messe, sagte er, Brack Alltron dankend. 

Stephan Amsler (rechts), Business Development Manager bei Kingston. (Source: Netzmedien)

Stephan Amsler (rechts), Business Development Manager bei Kingston. (Source: Netzmedien)

Im Gespräch bezeichnete er die jüngsten Entwicklungen auf dem Speichermarkt als ein "spannendes Jahr". Der KI-Boom erhöhte den Bedarf an Storage und führte bei gewissen Komponenten zu Knappheiten. "Der Speicher entwickelte sich vom Nebenschauplatz zur geschäftskritischen Komponente", erklärte Amsler die Entwicklung. Einerseits führe dies zu einer hohen Nachfrage beim Hersteller, aber für Kunden und Partner sei es ein echtes Problem. "Deshalb ist es wichtig, an dieser Messe Präsenz zu zeigen", sagte er. "Wir haben die Waren; wir können liefern."

Candid Aeby, Channel Director Schweiz bei Snom, hatte ebenfalls einen guten Start an der Messe. Der Hersteller präsentierte an der Connect neue Tischgeräte mit kabellosen DECT-Hörern. "Die Connect ist der wichtigste Business-Anlass des Jahres", sagte er. Seitdem es keine Fachmessen mehr gebe, seien Anbieter wie Snom auf solche Distributormessen angewiesen. Ein Besuch sei darum "Gold wert". 

Candid Aeby, Channel Director Schweiz bei Snom. (Source: Netzmedien)

Candid Aeby, Channel Director Schweiz bei Snom. (Source: Netzmedien)

Entsprechend reisen auch sehr viele Personen zur Connect. "Auch diejenigen, die normalerweise zu weit weg sind, um sie zu besuchen", freute er sich. An der Connect lerne er immer wieder neue Partner und Kunden kennen. 

"Alle Giveaways sind schon weg!"

"So etwas habe ich noch nie erlebt", scherzte Fredy Bader, Ansprechperson für Online-USV-Systeme in der Schweiz. "Alle Giveaways sind schon weg!" Andreas Bichlmeir, Vorstand des Herstellers, merkte deutlich, dass 2026 viel mehr Personen zur Messe gekommen waren als im Vorjahr. "Wir sehen einen schönen Besuchermix und auch viel Interesse von potenziellen Neukunden." Der Hersteller zeigte am Stand sein komplettes Angebot an Lösungen für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV).

Fredy Bader (links) und Online-USV-Vorstand Andreas Bichlmeir (rechts). (Source: Netzmedien)

Fredy Bader (links) und Online-USV-Vorstand Andreas Bichlmeir (rechts). (Source: Netzmedien)

Vergleichbares hörte man auch von Rainer Schwegler, Senior Territory Manager Switzerland bei Eset. Dies sei "eine der wenigen grossen Messen" in der Schweiz, sagte er am zweiten Tag der "wieder spannenden Connect". "Hier hat man die Möglichkeit, mit Partnern direkt ins Gespräch zu kommen." Dies würden sowohl er als auch die Reseller schätzen. 

Von den Besucherinnen und Besuchern am Stand seien etwa 70 bis 80 Prozent bestehende Reseller. Die weiteren Personen seien entweder potenzielle neue Partner oder auch Endkunden. Wie Schwegler sagte, kommen sie an den Stand, um sich über einen Managed Detection and Response Service zu informieren, "der bezahlbar ist und auch funktioniert".

Rainer Schwegler, Senior Territory Manager Switzerland bei Eset. (Source: Netzmedien)

Rainer Schwegler, Senior Territory Manager Switzerland bei Eset. (Source: Netzmedien)

Der zweite Tag war zwar etwas ruhiger, aber ebenfalls gut besucht, wie Antonio Lopes, Key Account Manager bei Fritz, sagte. "Ich konnte super Gespräche führen und ging nach dem ersten Tag ohne Stimme nach Hause", scherzte er. Auch der Fritz-Vertreter freute sich über die "lässige Atmosphäre" und die Besuche zahlreicher bestehender Reseller. Ferner erhielt er auch Anfragen für neue Projekte und konnte den Interessenten gleich am Stand mögliche Lösungen aufzeigen. Insbesondere die Mesh-Technologie stosse derzeit auf grosses Interesse. Diese ermögliche eine lückenlose Abdeckung, indem mehrere Geräte Hand in Hand operieren und so Funklöcher beseitigen.

Antonio Lopes, Key Account Manager bei Fritz. (Source: Netzmedien)

Antonio Lopes, Key Account Manager bei Fritz. (Source: Netzmedien)

Martin Schild, Head of Channel Sales bei Mitel, konnte schon gegen Ende des zweiten Tages sagen, dass der Hersteller von Telekommunikationslösungen 2027 wieder an der Connect sein werde. Auch er freute sich über den Besuchermix aus 80 Prozent bestehenden Partnern, 10 Prozent neuen Partnern und 10 Prozent Endkunden. 

"Die meisten Partner kommen, um sich über die Produkte auszutauschen", sagte Schild. So habe er viele gute Gespräche geführt und am Abend, beim guten Catering, werde munter weiter diskutiert. "So gute Kontakte gab es nicht einmal damals an der Orbit", sagte er lachend. An der demzufolge sehr passend benannten Connect-Messe präsentierte der Hersteller dieses Jahr neue Contact-Center-Lösungen für KMUs und Grossunternehmen - mit diesen könnten Unternehmen klein beginnen und anschliessend entsprechend ihren Bedürfnissen rauf und runter skalieren. 

Martin Schild (in der Mitte), Head of Channel Sales bei Mitel. (Source: Netzmedien)

Martin Schild (in der Mitte), Head of Channel Sales bei Mitel. (Source: Netzmedien)

Die nächste Ausgabe der Connect findet am 25. und 26. August 2027 erneut in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon statt.

 

Andrej Golob, Chief Sales Officer bei Brack Alltron, diskutierte übrigens am diesjährigen Distributor-Roundtable von "IT-Markt" mit. Thema waren die aktuellen Herausforderungen angesichts geopolitischer Unsicherheiten und komplexer Markttrends - und wie Schweizer Distis diese zu Chancen machen.

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