Beamer vom Stand verbannt

ISE 2020: Ricoh zeigt, wie Mitarbeiter künftig zusammen arbeiten

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von Coen Kaat

Ricoh hat an der ISE 2020 in Amsterdam die Weiterentwicklung seiner interactive Whiteboards gezeigt: Das bis zu 75 Zoll grosse Collaboration Board soll die standortunabhängige Zusammenarbeit fördern – ganz egal wo die Mitarbeiter sind. Zudem sagte Ricoh, warum der Hersteller auch Produkte anderer Hersteller verkaufen würde.

Das neue Collaboration Board von Ricoh. (Source: Netzmedien)
Das neue Collaboration Board von Ricoh. (Source: Netzmedien)

Die ISE hat sich längst zur Leitmesse für die Digital-Signage- und Pro-AV-Branche gemausert. Dabei geht es um mehr als nur digitale Aussenwerbung, die auf Displays aller Arten und Grössen dargestellt wird.

Ein wichtiges Thema ist auch Collaboration. So nutzte etwa der japanische Hersteller Ricoh die ISE 2020, um zu zeigen, was das Unternehmen in dem Bereich zu bieten hat. Zu den Highlights am Stand von Ricoh zählte etwa das neue Collaboration Board.

Christian Funke, Business Development Manager bei Ricoh Schweiz. (Source: Netzmedien)

Dabei handelt es sich um ein komplett neues Gerät, wie Christian Funke, Business Development Manager bei Ricoh Schweiz, erklärt. Das Collaboration Board sei eine "Weiterentwicklung der bisherigen Interactive Whiteboards von Ricoh".

"Kein Grund mehr, nicht auf den Malediven zu arbeiten"

Die bis zu 75 Zoll grossen Bildschirme grenzen sich etwa durch ein neues, schmaleres Design von den Whiteboards ab. Zudem sollen sie mit einer intuitiven Benutzeroberfläche und erweiterten AV-Einstellungen punkten. Die Displays – vom kleinsten bis zum grössten Modell – lösen alle in 4k auf.

Die Geräte wurden entwickelt, um die standortunabhängige Zusammenarbeit zu fördern. Egal, wo man sich auf der Welt befinde, die Mitarbeiter sähen zur gleichen Zeit denselben Inhalt und könnten gemeinsam daran arbeiten.

"Es gibt also keinen Grund mehr, nicht auf den Malediven zu arbeiten", fügte er scherzhaft hinzu. Zu diesem Zweck sind die Geräte auch für Videokonferenzen ausgelegt. Sie unterstützen alle Lösungen, die Windows-basiert oder in einem Browser laufen.

Im Unternehmen vernetzt

An der ISE zeigte Ricoh auch, wie man ein Whiteboard beziehungweise ein Collaboration Board im Unternehmen vernetzen kann. So integrierte der Hersteller etwa ein Raumbuchungssystem, das mit dem Gerät synchronisiert wird.

Die Konferenzlösungen lassen sich mit Raumbuchungssystemen verbinden. (Source: Netzmedien)

"Wenn der Nutzer den Meeting-Raum betritt, wird sein Meeting bereits auf dem Bildschirm angezeigt", sagte Funke. "Dann muss er nur noch einmal darauf tippen und das Gerät startet alles automatisch: Es öffnet die hinterlegten Dokumentationen und Präsentationen und ruft auch gleich die übrigen Teilnehmer der Videokonferenz an – falls dies nötig ist."

Künftig will Ricoh gemäss Funke diese Einbindung über eine API-Schnittstelle ermöglichen. So könnten Entwickler auch andere Systeme andocken.

Beamer sind vom Messestand verschwunden

Was Ricoh dieses Jahr an der ISE jedoch nicht zeigte, waren Projektoren. Diese seien "ein wenig in den Hintergrund getreten", sagte Funke. Denn das sei auch die Richtung, in die sich der Markt bewege. "Es gibt ja schon Grossunternehmen, die LED-Screens in ihre Meetingräume stellen", sagte er. Eine Entwicklung, die immer mehr an Fahrt gewinne.

Der Stand von Ricoh an der ISE 2020 in Amsterdam. (Source: Netzmedien)

"Das Beamer-Business hingegen entwickelt sich eher rückläufig – nicht nur bei uns", sagte Funke. Im unteren Segment, im Bereich der Consumer-Produkte, wolle sich Ricoh nicht mehr bewegen. Der Hersteller wolle sich stattdessen mehr auf den mittleren und den High-End-Bereich konzentrieren.

Egal, was der Kunde will

Die ausgestellten Konferenzlösungen waren mit Audio- und Kamera-Equipment von Logitech ausgestattet. "Wir können aber eigentlich alles anbieten", sagte Funke. Der Hersteller positioniert sich seit vergangenem Jahr nämlich verstärkt als IT-Service-Provider. Lesen Sie hier im Interview mit Toni Fuchs mehr dazu.

"Wir haben kein Portfolio, das wir wie ein Bauchladen verkaufen wollen", erklärt Funke. "Wir gehen nicht zum Kunden und fragen, was er von unserem Angebot gerne hätte. Wir bieten ihm die Lösung, die er will."

Die Konferenzlösungen waren mit AV-Produkten von Logitech ausgerüstet. (Source: Netzmedien)

"Im AV-Geschäft gibt es keinen Hersteller, der vom Monitor über WLAN-Funktionalität bis hin zu Audiolösungen alles alleine produzieren kann", sagte Funke. Darum arbeite Ricoh mit den Partnern zusammen, die in ihrem Gebiet die Profis sind. Dazu zählen unter anderem Samsung, NEC, LG, Poly und Lenovo. So will Ricoh für den Kunden zur alleinigen Ansprechperson werden – egal, was für eine Konferenzlösung dieser will.

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DPF8_171189

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