Research

Die Energiebranche digitalisiert

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Die Digitalisierung schreitet voran und die Disruptionswelle rollt und erfasst alle Branchen. Nicht alle gleichzeitig und in gleichem Umfang. Aber keiner der vertikalen Märkte wird sich entziehen können.

Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG
Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG

Der Weg in die digitale Welt beschäftigt die Schweizer Unternehmen intensiv, das Thema steht in vielen Chefetagen, ICT- und Fachabteilungen an oberster Stelle der Strategie-Agenda. In vielen Bereichen stehen wir hierzulande allerdings noch am Anfang. Die derzeitigen IoT-Projektumsätze bewegen sich im Vergleich zum ICT-Gesamtmarkt noch in marginaler Höhe. Für 2017 prognostizieren wir Ausgaben in der Höhe von 670 Millionen Franken, was "lediglich" einem Anteil von knapp 4 Prozent an den gesamten ICT-Spendings entspricht. Der Markt wird sich aber in den kommenden Jahren exponentiell entwickeln, konkret rechnen wir für 2017 mit einem Wachstum des Marktes um 48 Prozent. Dazu zählen wir Ausgaben für ICT-Infrastruktur, Betrieb, Applikationen und Plattformen, Prozessmanagement, Connectivity, Analytics, Sensorik, Security, Beratung und Professional Services.

Drei Kernfragen

Aus vielen Gesprächen und Umfragen haben sich drei Kernfragen ergeben, welche die Mehrheit der Unternehmen beschäftigt, wenn es um erste Schritte in die digitale Transformation geht: Wie starte ich, wie verdiene ich Geld damit und wer hilft mir? Oder zusammengefasst: Wie können aus den kreativen Ideen und ersten Lösungsansätzen praktische, wettbewerbsfähige und kommerziell sinnvolle Business Cases realisiert werden.

Die Energiebranche ist bereits auf den digitalen Weg eingeschwenkt. Sicherlich verschafft der Volksentscheid zur Energiestrategie vom 21. Mai der Entwicklung zusätzlichen Schub mit Blick auf den Einsatz neuer Technologien und digitalisierter Prozesse. Am Beispiel des Smart Meters (intelligenter, digitaler Stromzähler) wird ersichtlich, was digitale Transformation im Energiebusiness bedeutet. Nicht "ein wenig" Prozessoptimierung oder "ein bisschen" Innovation. Smart Metering und entsprechende Kundenportale ermöglichen eine massive Verkürzung der Prozessdurchlaufzeiten (vom Ablesen bis zur Rechnungsstellung). Aus Tagen werden Minuten. Die Kunden profitieren von einer erhöhten Prozesssicherheit aufgrund einer durchgängigen Prozesskette ohne Unterbrechungen.


Energieversorgungsunternehmen in der Schweiz

Energiebranche mit deutlich höheren ICT-Budgets

Wie unsere kürzlich durchgeführte Studie zur ICT und Digitalisierung in der Energiebranche aufzeigt, stocken die Energieversorgungsunternehmen (EVU) ihre ICT-Budgets deutlich höher auf als andere Branchen. Die 3,4 Prozent Plus im laufenden Jahr liegen doppelt so hoch wie das Wachstum der gesamten ICT-Ausgaben in der Schweiz (B2B). Mag sein, dass der Kosten- und Leidensdruck in anderen vertikalen Segmenten (noch) grösser ist. Gespart wird bei den EVUs auch, vornehmlich im ICT-Betrieb. Dafür werden Gelder freigesetzt, die für innovative Projekte und Digitalisierungsthemen zur Verfügung stehen. Und hier steht Smart Metering ganz oben auf der Agenda der EVU, wenn es um aktuelle Challenges geht. Die Energiebranche ist auf dem Weg in die digitale Welt, die ersten Schritte sind getan.

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