Marktstudie

Die Services sind der Taktgeber des ICT-Marktes

Uhr | Aktualisiert

Die Ausgaben für ICT-Services im Schweizer B2B-Markt belaufen sich 2018 auf 11,2 Milliarden Franken. 62 Prozent des gesamten ICT-Marktes entfallen auf Dienstleistungen. Der Rest verteilt sich auf Hardware, Software und Kommunikation, wie eine Studie von MSM Research zeigt.

Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG. (Source: Miklós Klaus Rózsa)
Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG. (Source: Miklós Klaus Rózsa)

Die Struktur der ICT-Ausgaben hat sich in den letzten 30 Jahren markant verändert. Damals lag der Anteil an den Dienstleistungen noch bei 30 Prozent. Rund zwei Drittel der Projektausgaben und Investitionen der Schweizer Unternehmen entfielen zu dieser Zeit auf die Rechnerumgebungen, Infrastruktur und die dazugehörige Software. Hauptsegmente der Dienstleistungen waren die Integrationsservices, die Beratung und die Support- respektive Maintenance-Leistungen für die von Mainframes dominierte ICT-Landschaft.

Schritt für Schritt hat sich der Markt weiterentwickelt und neue, starke Bereiche geschaffen. So bildete sich aus den eher bescheidenen Anfängen das Segment der Auslagerungsdienste mit in der Folge überdurchschnittlichen Zuwachsraten. Längere Zeit galten die sogenannten Full Scope Deals oder Komplett-Outsourcing-Verträge als Schwerpunkte des Auslagerungsgeschäfts und eigent­licher Wachstumsgenerator des Dienstleistungsmarktes. Heute haben die Cloud-Services die ehemals den Sourcing-Markt beherrschenden grossen traditionellen Deals als Treiber des Paradigmenwechsels abgelöst. Cloud-Services haben den Big Shift, das heisst die Verschiebung der in Eigenregie betriebenen ICT zu externen Providern in grossem Stil messbar vorangebracht.

Mit Blick auf 2019 gehen wir davon aus, dass die Ausgaben für die ganze Palette an Dienstleistungen zusammengenommen einen weiteren markanten Sprung nach oben machen werden. Unsere aktuelle Prognose rechnet mit einem Wachstumsschub von 9,4 Prozent auf ein Volumen von insgesamt 12,3 Milliarden Franken. Die eigentlichen Keydriver sind dabei die Themen der Digitalisierung und Cloud-Services, die an die Tür bisheriger traditioneller Business- und ICT-Betriebsmodelle klopfen.

Heute umfasst der Markt der ICT-Dienstleistungen im Vergleich zu den 80er-Jahren eine ganze Reihe mehr an Teilbereichen und schafft mit einer hohen Eigendynamik laufend weitere Facetten und Subsegmente. Und es warten neue Themen mit dem Potenzial für kommende Kerntechnologien. Blockchain, künstliche Intelligenz oder auch Robotics haben das Momentum, die Marktstrukturen im Bereich der Dienstleistungen erneut durcheinanderzuwirbeln. Die künftige Monetarisierung und Nutzbarmachung dieser neuen Technologien lassen sich nicht ausschliesslich mit entsprechenden Plattformen realisieren, sondern sind auf ein umfassendes Ökosystem angewiesen, das viel Potenzial für entsprechend aufgestellte Dienstleister bietet.

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