Digitale Transformation der IT

IT-Flasche leer … Was erlaube Management!?

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Auch die IT lässt sich digital transformieren. Dafür braucht es zuerst im Management Wandel, wie Martin Andenmatten schreibt.

"Die Veränderung ist die einzige Konstante" – man mag es schon gar nicht mehr hören. Alle, die wie ich schon ein paar Jahre in IT-Organisationen gearbeitet haben, können davon ein Lied singen. Gerade jetzt geht es wieder los und der Druck nimmt einmal mehr zu, denn es gilt, die digitale Transformation auf keinen Fall zu verpassen. Das Business fragt sich, warum wir nicht schon längst mit allen Systemen und Anwendungen in der Cloud sind. Die IT soll es richten und die sperrigen Legacy-Systeme endlich ablösen. Das könne doch wirklich nicht so schwer sein ...

In den letzten Jahren mussten viele am eigenen Leib erfahren, wie die IT – und vor allem deren Mitarbeiter – von ihrem Management mehr als Last und weniger als hochgeschätzte Ressource empfunden wurde; als lästiger Aufwand, den man möglichst wegrationalisieren oder zumindest durch eine billige Kraft aus dem asiatischen Raum austauschen sollte. Die Mitarbeiter der IT standen unter dem Generalverdacht, sich und ihr Arbeitsumfeld vergolden zu wollen, so als stünden sie nicht auf der Seite des Unternehmens, als seien sie Unmündige, denen man immer genau sagen müsste, was zu tun und zu lassen sei. Bestehendes wurde laufend auf Effizienz getrimmt und Mitarbeiter bis zum Letzten ausgequetscht. Innovationen wurden bereits im Keim erstickt.

Jetzt gilt es also, die Altlasten aufzuräumen und den Weg frei zu machen für die digitale Zukunft. Agilität wird als neue Kultur gepredigt und gefordert. Das Management meint dabei in aller Regel mehr Flexibilität und Genügsamkeit im schwierigen Umfeld. Doch die nun aufkommende Zukunft ist keine Verlängerung der aktuellen Gegenwart. Sie wird dramatisch anders sein und lässt sich nicht einfach aus dem Bestehenden optimieren und rausquetschen. Die Luft ist raus, die Flasche leer. Es braucht eine neue Art des Arbeitens – aber insbesondere eine neue Art des Managements. Eines, das den IT-Mitarbeitern wieder mehr Ver­trauen schenkt und sie als Volljährige behandelt. Eines, das ein Umfeld schafft, das den Mitarbeitern ermöglicht, das starre Command- und Control-System anzupassen und die Arbeit selbst zu gestalten.

Die Voraussetzung dazu ist, dass das Management endlich auch dazu bereit ist, die Art und Weise zu ändern, wie es heute die Arbeit der Mitarbeiter managt. Nur dadurch kann die eigentliche Arbeit geändert und agil für die neue Zukunft gestaltet werden. Wer dazu nicht bereit ist, hat die IT, die er verdient.

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