Kolumne: Die digitale Transformation der IT

Werft ab alle Sorge und Qual!

Uhr | Aktualisiert

Schon bald feiern wir den zweiten Schweizer Digitaltag und demonstrieren kollektiv, wie gut wir alle auf die digitale Zukunft vorbereitet sind. Es scheint fast so, als wären wir schon lange dort angekommen. Dabei schieben in den meisten Unternehmen noch viele IT-Leiter die dringend anstehende Transformation im Unternehmen auch ein weiteres Mal in das nächste Budgetjahr – aber nur vorsichtig isoliert, bimodal und höchstens als ­Pilot. Immer noch verstehen zu viele Entscheidungsträger viel zu wenig, was die Digitalisierung genau ist und was deren Konsequenzen für die gesamte Organisation und das eigene Leistungsvermögen bedeutet.

Dabei wird die See immer rauer und tiefer. Wir brauchen nun dringend Kapitäne, die mit voller Kraft vorausfahren können, anstelle mit angezogener Handbremse sich einfach treiben lassen. Keine Träumer, aber Kapitäne mit Visionen, Zielen und auch mit etwas mehr Mut und Zuversicht, Angestrebtes erreichen zu wollen. Noch zu viele Organisationen lassen sich von der eigenen IT-Organisation weismachen, dass der Schutz der Daten nun mal nur absolut sicher ist, wenn die Systeme in den eigenen vier Wänden stehen. Höchstens kann noch vertretbar gelten, wenn die technischen Kisten zumindest auf Schweizer Boden stehen. Ob all den Schreckensszenarien wie Cyberkrieg und Bussgelddrohung der EU-Datenschutzbehörde lässt man lieber die Zukunft etwas warten und hofft, dass auch dieser Kelch an einem vorübergeht.

Nur: Diese vierte digitale Revolution lässt sich nicht einfach aussitzen. Die Zeit ist das knappste Gut, über das wir verfügen – und wir müssen diese nutzen. Das Digitalzeitalter setzt voll auf die Nutzung von Cloud, auf Automatisierung, auf Internet-of-Everything und vor allem auf künstliche Intelligenz. Wer heute noch grübelt, ob er dereinst die Cloud-Technologie für sein Unternehmen empfehlen soll, der wird ewig versuchen, die Räder der Welt selbst zu erfinden. Er wird scheitern und mit ihm das Unternehmen.

Das elektrische Licht wäre nie erfunden worden, würde man heute noch versuchen, die lodernde Kerze zu optimieren und vor aufbrausendem Wind zu schützen. Die Angst vor Unbekanntem ist ein schlechter Ratgeber. Werft also ab alle Sorge und Qual und öffnet die Augen für das Neue! Habt Mut und zeigt Führungsstärke! Habt vor allem auch Vertrauen in eure Mitarbeiter und arbeitet endlich gemeinsames als ein Team für eure Kunden! Die Technik ist schon lange bereit – die Trägheit liegt wie so oft beim Menschen. Manchmal braucht es halt einen Tritt ...

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